688 Jndeftan.
Sie steht am Grunde eines Meerbusens, (welcher vonihr den Nahmen führt, und ihr gegen Mittag liegt,)wo der Fluß Carari darein kommt, i6 Meilen vonBrochia oder Borttschm, und 30 von Surate. DerHafen hat seines glichen im ganzen Orient nicht; dochist die Ebbe zu gewissen IahrSzeiten allzu stark, daßdie Schiffe zuweilen sitzen bleiben. Die Handlung die-ser Stadt ist sehr beträchtlich, und gibt selbige darinleicht keiner andern etwas nach, ausser nur Surate,der sie es so gar selbst noch zuvor that, ehe letztere sichden Verfall von Goa und den Ruin der Portugiesenzu Nutze machte. Die Engländer und Holländer ha-ben hier Logen, wegen der Nähe von Surate, wo sieihr vornehmstes Gewerbe in den Staaten des großenMogols treiben, und wo sie ein Comlcir haben, wel-ches man als das zweyte von ihren ComloirS in Indienansehen kann. Die natürlichen Einwohner des Lan-des, insonderheit die Banjanen (Banyanen, oderBenjanen,) welche sich fast inszefammt der Handlungergeben, sind daselbst feiner und geschickter, als irgendan einem andern Orte im Orient, aber auch verschlage-ner und betrieglicher; insonderheit haben sie eine vor-zügliche Kenntniß von den Edelsteinen. Die Handl-ung der Banjanen zu Cambaya ist gemeiniglich aufDiu, Goa, Cochin, Achein, Batavia, Bantam, dieKüste von Coromandel, die von Bengala, Persien,und das rothe Meer, gerichtet, wohin sie Schiffe ab-schicken, meistentheils aber mit holländischen Bochsleu-ren, welche sie der Compagnie theuer genug abmiethenmüssen, indem dre aus dem Lande im Seewesen wenigerfahren sind. Ob nun wohl die Versendung ihrerWaaren an alle diese Oerter ein beträchtlicher Gegen-stand ihrer Handlung ist, so ist solches doch, in Ver-gleichung gegen diejenige, welche sie mit den Fremdentreiben, die alle Jahre zu Cambaya anlanden, für nichtszu achtelt, imniaßen so leicht keine Nation in Indien
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