Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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702 Jndosian.

Cambaya. Diese Insel gehörte schon seit dem I.1535 den Portugiesen, welche sie in ihrer SpracheDive, d. i. eine Insel, nennen. Sie hat einen vor-trefflichen Hafen, welcher mit einer Kette verschlossenwerden kann, und für die Schiffe sehr bequem ist.Die Einwohner sind zum Theil Guzuraten, die vonCambava entsvrossen sind, oder Banias, heidnischeKaufleute, und zum T^eil Türke», oder Perser, undandere Muhamcdaner; die übrigen aber sind portu-giesische katholische Christen; und alle diese Nationenleben in der größte« ^eligionsfreyheit bey einander.Es gibt zwar auf dieser Insel sehr wenig Früchte; eSkommt aber doch daselbst eine Menge Bohnen, Gur«ken, Rettige, u. d. gl. hervor. Man findet auch da«selbst Jngber, Rindvieh, Schafe, und einen Ueber-fiuß an gesalzenen Fischen, welche die Einwohner derInsel, wie die Europäer die Ochsenzungen, räuchern.Die Stadt Diu ist ziemlich schön, voller Laden mitverschiedenen Kaufmannswaaren, und mit starkenMauern umschlossen, welche sich an den beyden äusser-sten Enden des Hafens endigen, wo lange Stufen von50 Schritten sind, auf welchen man dasjenige, wasman aus den Schiffen bringt, .und womit nian dieses.-beu beladen will, hinauf zieht und hinab lässet. DemHafen gegen über ist das Zollhaus, und jenseit desselbensieht man einen große» Hof, und eine Menge Kam-mern, Waaren darein zu setzen. Die Handlung hatsehr lange daselbst geblühet, und die Könige von Por-tugal haben von da her mehr Einkünfte, als aus irgendeiner ihrer andern Städte in Indien, theils von denZollabgaben, theils von den Gebühren wegen Visitier-ung der Schiffe und Ertheilung der Pässe, gezogen;immaßen vormahls alle mohrische Schiffe, welche da-hin kamen, visitieret wurden, und selbige auch, zurSicherheit ihrer Handlung, hier Pässe nahmen. Essind aber diese Einkünfte gar sehr vermindert worden,

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