Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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715
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Indüstrie. 715

fen, welche den Verstand dermaßen verstnstern, daßer ihren Nutzen in den bürgerlichen Gesellschaften vec*kennr. Die Begierde nach dieser Hochachtung wirddemnach allemahl eine mächtige Triebfeder seyn, dasGenie, die Geschicklichkeir und Industrie unter demVolke zu verbreiten. Allein, an dieser Hochachkungfehlt es eben in den meisten Staaten. Die despotischenund aristokratischen Regierungen, oder vielmehr Ty-ranneyen des mittlern Zeitalters, welche den Nähr/ungsstand in einer sclavischen Unterdrückung erhielten,Haben uns sehr unglückliche Vorurtheilewider die nütz.'lichsten Beschäftigungen der Menschen hinterlassen;und ob sie zwar die gesunde Vernunft zu schwächenanfängt, so gibt es doch noch eine Menge nichtswürd-iger Menschen, die sich gemeiniglich am meisten umdie Personen der Regenten befinden, und welche, weilsie selbst unnütze Erdenlasten sind, und zum Nutzender bürgerlichen Gesellschaft nicht das geringste bey-tragen, ihren Vortheil dabey finden, diese Vorur-theile zu unterhalten; denn sie erkennen leicht, daß sieausser diesen Vorurteilen nicht die geringste Hochacht-ung verdienen würden. Am meisten aber ist die des-potische oder willkürliche Gewalt ein unüberwindli-ches Hinderniß gegen die Begierde nach dem Vorzüge,welche den Nahrungsstand beleben muß, wenn erblühend werden soll. Ein despotischer Regent un-feine Minister, welche gemeiniglich eine große Unwis-senheit mit ihrer willkürlichen Gewalt verbinden,(denn diese letztere ist fast allemahl eine Folge aus dererstern,) sind am wenigsten geneigt, den verschiedenenLebensarten des Nahrungsstandes diejenige Hochacht-ung wiederfahren zu lassen, welche sie nach dem Maß-Srabe des Nutzens in der bürgerlichen Gesellschafthaben sollten. So lange also die Hauptzweige deSNahrungsstandes in keiner Achtung stehen, so langediese unglückliche Vorurtheile nicht ausgerottet werden.