Band 
Neun und zwanzigster Theil, von Jan bis Inf.
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Industrie. 723

■ Du hast das nicht was andre baden,

Und andern mangeln deine Gaben.

Aus dieser NnvolikommenheitEntspringet die Geselligkeit.

Geliert.

Der Ackermann bringt sich selbst sein Brod ausder Erde hervor; allein, er kann das Brod nichtsämmtlich verbrauchen, was. ihm sein Acker trägt»Dagegen kann er sich nicht selbst Schuhe und KleiderMachen. Er bedarf also den Schuster und Schnei»der, daß er ihn kleide; und diese haben ihn wieder nö-thig, daß sie von ihm ihr Brod erhalten. Er bringtalso die Güter des andern, durch ein Aeguivalent vorrGeld, Waare oder Arbeit, an sich. Ein jeder arbei-tet niit für andere, im Grunde aber für sich selbst,weil er von den Gütern des andern so viel wieder be-kommt, als er von den seinigen weggibt. In diesenEinrichtungen, welche die Noth und der eigene Vor-theil die Menschen geleh« hat, liegt eine große Weis-heit der Vorsehung, welche sie unter einander wie dieGlieder einer Kette verbunden hat.

Es ist beynahe kein einziges Product der Natur,welches der Mensch ohne Arbeit nutzen kann, weil wirzu einem thätigen und geschäftigen Leben bestimmt sind»Auch die frische Luft muß er in sein Zimmer hereinlassen, wenn er sie haben will; zu dem Wasser muß erBrunnen graben und Wasserkünste anlegen; die Erdemuß er bauen, die Bäume muß er pflanzen, wenn sieihm Früchte tragen sollen. Ein Theil der Menschenempfängt die Güter der Natur gleichsam aus der erstenHand. Das thut der Ackermann, der Gärtner, derBergmann. Diese sind zum Theil sogleich brauchbar,als: das Obst, die Hülsenfrüchte, das Fleisch. An-dere überliefert er andern Menschen, die den Stoff be-arbeiten müssen, damit er nützlich werde. Den FlachsZj 2 und