Industrie.
725
der die Hand, helfen sich fort, ernähren einander,wenn sie bequem bey einander wohnen, und vertheilenihre Lasten auf viele Schultern. Das Mittel LiefenZweck zu erreichen, ist die Glückseligkeit und der allge-meine Wohlstand des Landes. Denn die Menfchensind wie die Bienen, sie fliegen dahin wo sie Weidefinden, und der Geruch eines blumenreichen Angerszieht sie an sich. Wer wollte nicht gern unter einemFürsten wohnen, der ein Vater des Vaterlandes ist,seine Unterthanen liebt, sie fchonet, ihnen nicht mehrzu rhun und zu geben auferlegt, als das allgemeineBeste des Landes erfordert, und feinen ganzen Ruhmund Freude in dem Glücke feines Landes suchet! Fer-ner müssen die Landes - Products und Naturalien jedesOrtes gehörig benutzet, und davon aller möglicherVortheil gezogen werden. Ist in einer Gegend derBoden besonders fruchtbar, fo muß der Unterthan da-selbst ganz Ackermann seyn, und auch nicht eine Hand-breit ungenutzt lassen. In Waldungen muß mansolche Handwerker anstellen, die das Holz zu allerleyGeräthschafte» verarbeiten. Zur Fischerey, ViehzuchtFlachs- Seiden- und Weinbau muß die Natur An-leitung geben. In Gegenden, die zum Kornbau nichtsehr geschickt sind, kann man Leinen-Wollen-Manu-fakturen und Eisenfabriken anlegen, damit die Leutehernach für ihre Waare, dem Ackermanne seine Früchteabnehmen. Ein jedes Land muß die größten und ge-meinsten Bedürfnisse des Lebens selbst hervor bringen;folglich muß es seinen Acker so gut anbauen, als es dieNatur desselben gestattet, feine Wolle und Flachs, soviel als möglich, selbst verarbeiten, die Viehzucht inden besten Stand sehen, allerley Manufakturen, Fa-briken und Handwerke unter sich haben, die Waldun-gen schone», und die Bäche mit Weiden bepflanzen.Mit den Ausländern muß man zwar gute Nachbar-schaft halten; es ist aber doch besser, daß sie die Waa-3; 3 ren