Band 
Vierzigster Theil, von Kleid bis Klo.
Seite
96
JPEG-Download
 

Kleid.

96

aus bunk zusammen gereiheten kleinen Glas - Korallenvon allerley Farbe. Vom Gürtel hängt vorn ein brei-ter, in 4 Streifen zertheilter und ausgenäheter Schurzherunter, dessen Theile mit kleinen Spangen an einan-der geheftet, und am Ende mit langen Quasten, Glas-Korallen und Schlangen - Köpfen C), verziert sind.Das Besonderste bey ihrem Putze, sind große flattern-de Haar-Schöpfe, welche einen kurzen hölzernenStiel haben, womit sie zwischen den in viele kleineSchnüre geflochtenen Kopf-Haaren geschlungen undbefestiget werden. Diese Schöpfe aber sind jetzt nurnoch bey alten Weibern gebräuchlich.

So wie die Tschuwaschen in der Sprache vielesvon den Tatarn angenommen Haben, so ist auch ihreWeiber-Tracht der tatarischen in vielen Stücken ähn-lich. Die Kleidungen sind, wie bey den Morduanen,von grober Leinwand mit bunter, am meisten blauer,rother und schwarzer Wolle ausgenähet, und in einemwenig abgeänderten Geschmacke verfertigt. Sie zie-ren sich auch, wie jene, mir großen Spangen undBrust-Schilden, ingleichem mit einigen vom Gürtelzur Seite herab hängenden, bunt genäheten und ge-franseten Lappen. Aber die tschuwaschische Weiber-Müße, Chuschpu, ohne welche sie auch im Hause nieerscheinen, ist, wie bey den Tatarinnen, dicht mit al-ten silbernen Kopeken, oder Zinn-Plättchen, und ei-nigen Reihen Korallen beseht, mit einem breiten Rie-men unter dem Kinne befestigt, und hinken mit einerlangen Schleppe, oder handbreiten gleichfalls mit klei-tien Münzen oder Platten besetzten Riemen versehen,welcher unter dem Gürtel durchgeht, und am Endebunt genährt und mit langen Schnüren gefranset zu seynpflegt, so, daß der ganze ziemlich schwere Haupt-

Schmuck

(*; Cypraea nodosa, eine Art kleiner Muschel« Schnecke, der mansich in Guinea an statt des Geldes drdient-

/