Band 
Vierzigster Theil, von Kleid bis Klo.
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Klima.

Die Geistes-Fähigkeiten der nordischen Völker be-günstigen den Handel nicht so sehr, als man ans derNothwendigkeit, ihren Bedürfnissen durch ausländ-ische Waren abzuhelfen, muthmaßen sollte. Zur Er-läuterung dieses Satzes füge ich hinzu, daß diese Völ-ker keine natürliche Anlage zu jener Aufmerksamkeit aufdie künstliche Nutzung aller Vortheile haben, welche ;»glücklicher Treibung des Handels erfordert wird, ob siegleich oft durch Fleiß und anhaltende Geduld große Ge-schäfte machen. Aus diesein letztern Gesichtspunktemuß man Rußlands Handel beurtheilen, den diesesLand beynahe mit gleichem Vortheile, als andere euro-päische Nationen, treibt.

Auch in der Statslunst sind die Bewohner kalterErdstriche noch sehr weit zurück. Die ihnen natürlicheFreymüthigkelt und Offenheit kann dem arglistigen undmißtrauischen Character der südliche» Völker nicht dieWage halten; und daher kommt es, daß, nach Mon-tesquieli's Bemerkung, die nordischen Volker immerdie durch die Waffen erworbenen Vortheile durch Un-terhandlungen wieder einbüßen.

Einstuft eines gemLftigten ülinm auf die (gebfres-Rräfte. Sowohl in alten als neuern Zeiten hatman die Beobachtung gemacht, daß ein. gemäßigtesKlima der menschlichen Natur die meisten Vortheilegewähre. Aril-eteics und Galm stimmen darin über-ein, daß die Bewohner gemäßigter Länder vor denEingebornen sehr heißer und kalter Erdstriche, sowohlin Ansehung körperlicher Vollkommenheiten, als auchder Sitten, und besonders des Verstandes, großeVorzüge besitzen. Und wirklich können wir, unter ei-nem Klima, wo so viele Künste erfunden worden sind,wo der menschliche Verstand so weit umfassend, seine' :nbilduugs-Kraft so fruchtbar ist, und seine Geistes-S ,r?e sich in Gelehrsamkeit, Handel, Staks-undKriegs - Kunst so deutlich aussen, nicht umhin, auf