Klingel-Beutel. 591
zu seiner Bequemlichkeit an die Stuben hat befestigenlassen. Denn das Befestigen, welches ein Schlösseroder Schmid verrichtet, und die Bestimmung,- machensie zu einem Pertinenz-Stücke der Stube, und mithinzu einer Zubehör des Haufes. Ein bloßer Miethmannhingegen lässet nicht mehr, als er in den Stuben gefun-den hat, und nimmt also auch die von ihm angeschaffteKlingel mit.
RUngel,Beutel, (Rliuge-Beutel) Rlinyel-Sack,eiv Beutel oder Söckchen von beliebigem Zeuge, un-ten mit einer oder mehrern Schellen, welcher an einemlangen Stiele i» den Kirchen umher getragen wird,Almosen und freywillige Gaben darein zu sammeln; imOberd. das Lymbel-Säckel (im g. L. Zimpel-Beu-tel); Fr.^umüniöre. MitdemRltngel-Bcucelgc-hen, denselben in derKirche herum tragen. Die densel-ben herum rcagen,werden aufdemLandeAlingel-Man-ner, in Städten aber, besonders wenn es angesehene Per-sonen sind, Rlmgel-Hsrren, Säckel-Herren, genannt.
Die Anlage zum Klingel-Beutel ist schon im 0c-Zine Remano, der ältesten Anweisung über Kirchen?Cerimonien, aus der ersten Hälfte des achten Jahrhun-dertes, kenntlich, worin vorgeschrieben wird, wie dieAcolurhen, in Gesellschaft des^rckiäigcvni und einiger8ubüiaconorum, mit einem Sacke in der Kirche dieOpfer sammeln sollen, und was jeder dabey zu thunhabe: die Acoluthen nähmlich sollten Sack-Trägerseyn; die Ludälaeoni dafür sorgen, daß der Sack weitgenug geöffnet würde; der Archidiaconus endlich wardabey, um das Opfer hinein zu stecken (*). Diese Art
der
(',) Et accedentes subdiaconi sequentes cum Acoluthis, qui saccu-lum portant a dextris et a sinistris altaris, extendentibus Aco-luthis brachia’,'cum sacculis , Subdiaconi iequentes Itant afronte, vt parent, sinus lhcculormn Archidiacono, ad ponendasoblationes. Ordo Romanus antiquus de diuinis Catholicas Eccle-siae officiis i3“ miuisienis psrtotius anni circulum. In B.bliothe-
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