Kloster. 715
Zeilen wurden mehrere Feierlichkeiten beobachtet; heut-igeS Tages aber umkleidet gemeiniglich der Priester desOrtes die neue Nonne mit dem Schleyer, und niinmtihr die solennen Gelübde, nach dem Gebranche allerKlöster, ab. Zwar sollte ebenfalls die Profession freyund ungezwungen-geschehen, mehrentheils aber gehl eingewisser Zwang dabey vor. Es können auch WitwenProfession thun; ihr Schleyer aber pflegk nicht derSchleyer der Consecration, sondern der Enthaltungund Observanz, genannt zu werden, Oie Umhängungdes Schleyers oder so genannte Einkleidung, ist einefeyerliche Einweihungs - Handlung, welche von deinBischöfe oder dessen Vicario, oder Weih - Bischöfe,verrichtet werden muß, in dessen Hände die Nonne mitfeyerlichen lauten Worten ihre Profession thut, und dieGelübde nach den Ordens - Regeln ablegt. DieserSchle. er wurde vormahls Velum Fkmis.mm genannt,welches bey den alten Römern den vestalischen Jung?frauen allein eigen war. Folglich ist die ganze Feyer?lichkeit von dem Heidenthume entlehnt.
Diese Nonnen nun werden in ihren vorgeschriebennen Pflichten und Regeln mit einer gewissen Gewalterhalten; und es ist nicht einmahl den Weibspersonenerlaubt, zu den Nonnen, in ihre Zellen ohne Beyseynder Vorsteher zu gehen; sie dürfen mit ausserklösterli-chen Personen nicht anders, als durch ein Gitter imöffentlichen Sprach-Zimmer (s. oben, S. 667) reden.Vor Zeiten empfingen sie ihre Speisen durch ein gewis-ses in ihre Zellen gerichtetes Rad, welches auch nochheutiges Tages in den strengern Nonnen-Orden, wonicht in einem öffentlichen Refectorio gespeiset wird, ge»bräuchlich ist. Vor Zeiten durften ihre Klöster nicht aufdem Lande, sondern in Städten seyn, welches aberheutiges Tages gleichgültig ist. weil ihr ganzer Kloster«Umfang mit hohen Mauerst umgeben zu werden pflegt»Wer eine Nonne schwächet, wird einem Kirchen-Rä«?
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