Band 
Vierzigster Theil, von Kleid bis Klo.
Seite
724
JPEG-Download
 

724 Klostep.

unreinen Leidenschaften und Begierden Schranken zu se-hen, ihnen zu wiederstehen, und über sie zu siegen. Es istum so gewisser, daß diese Lehren Jesu im bildlichenVerstände genommen werden müssen, da die gesundeVernunft uns lehrt, daß ein solcher Gott, der an denZerfleischungen, an denKasteyungen, den übermäßigenFasten der Menschen, Gefallen finden könnte, ein wahrrer Tyrann seyn müsse, den wir zwar fürchten müßten,keinesweges aber Sieben könnten. Neinder wahreGott, welcher lauter Güte, lauter Weisheit, lauterGerechtigkeit ist, findet kein Gefallen an den Qualenseiner Diener. Er will, daß sie glückselig sey», daßsie sich selbst und andre Menschen lieben, daß sie ruhigund zufrieden dahin wandeln. Wenn es aber nachallem diesen schon Unsinn ist, zu glauben, daß derMönch durch seine Büß-Werke sich glücklich machenkön'», so ist eS noch wert unsinniger und unverschäm-ter freylich für die Mönche sehr einträglich — zu be-haupten, daß diese müßige Mitesser im State durch ihreMortificationen unsern Handlungen einen Werth bey-krgen, oder die züchtigende Straf-Ruthe Gottes vonuns andern sündigen Menschen abwenden können. Ent-weder gibt es keine heilige, vor Gott verdienstlicheHandlungen, oder nur solche sind es, welche mit derAbsicht des weisen Schöpfers übereinstimmen. UnsreHandlungen stimmen aber mit diesen heiligen Absichtenüberein, wenn wir es uns angelegen seyn lassen, die„ Pflichten des Standes zu erfüllen, den uns die göttlicheVorsehung angewiesen hat. Dann sind auch unsereHandlungen gut und heilig, wenn unsre Absichten dabeyrein sind. Dieß lehrt gesunde Vernunft, dieß lehrt dieBibel. Und es ist also Unsinn, das im Schweiße un-sers Angesichtes Verdiente Geld Mönchen hin zu tragen,um bey ihnen für unsre Handlungen Verdienst, Werthund Heiligkeit zu erkaufen. Es ist Unverschämtheitund für den Star höchst schädliche Bosheit, daßMön-