Band 
Vierzigster Theil, von Kleid bis Klo.
Seite
729
JPEG-Download
 

Kloster. 729

Stats - Fehler seiner Vorfahren erkennt, dieselben nichtverbessern wollte. So bald der Fürst in' seinemSlatetodte oder schädliche Glieder erblickt, ist es seine Psticht,sie zu Verhütung größern Schadens abzuschneiden, siewieder zu beleben, und zu nützlichen und thätigen Glie-dern umzubilden, wenn nicht (dieß erfordert freylich dieSkats-Klugheit,) durch dieses Abschneiden ein größe-rer Schade verursachet wird. Dieß ist selbst der LehreJesu und seines Jüngers Paulus gemäß, welcher eineähnliche Behandlung in der Kirche vorschreibt.

Allein, höre ich eine fromme Stimme rufen, wennauch die Büß-Werke der Mönche nichts gelten sollen,wenn sie in einem State sehr entbehrlich sind, wennwir dadurch keine Verdienste erlangen können, ja,wenn selbst der Stat dadurch Schaden leidet, so mußman doch zugeben, daß die Mönche durch ihr Predigendas Volk erbauen und bessern, durch ihr Beichte-hörendie Irrenden auf den rechten Weg zurück führen, durchunzählige heilige Meß-Opfer dem ganzen State nützen,durch ihr immerwährendes Singen und Bethen häu-fige Gnade von oben herab flehen, und folglich wegendes großen Nutzens, den sie auf diese Art stiften, dochimmer Duldung verdienen. Diesen Einwurf erwarteich nur von solchen, welche keine hinlängliche Kenntnißdes Mönchswesens und Priesterthumes haben. Dennwer eine solche hat, der wird wissen, daß der Münchs-Stand ursprünglich ein Laien-Stand fty, dessen we-sentliche und zufällige Eigenschaften sich gar nicht mitden Pflichten eines Seelsorgers und Priesters vertra-gen. Das Amt eines Priesters ist, die Menschen un-ter einander und sie insgesammt mit Gott zu versöhnen,ihnen den Weg zum Tempel der Tugend zu zeigen- sieauf demselben zu leiten, und die Verirrten auf denWeg der Tugend zurück zu ft'rhren. Dieses kann nichtohne Kenntniß der Menschen geschehen. Der Priesterist ferner die allgemeine Zuflucht der Armen und Trost-'

3i 5 losen;