7ZQ Kloster.
soffen; feine Thür muß ihnen Tag und Nacht offenseyn; und was er nach seinem achten Unterhalte übrighat, ist ihr Erbtheil.
Dieses alles wiederjhricht dem wesentlichen Berufeeines Mönches. Ihm ist in seinen Regeln ausdrückekich untersagt, sich um die Welt zu bekümmern; er hatkein Eigenthum, mit dem er den Nothleidenden beyste-hen könnte; er steht unter dem Gehorsam, und kannalso nicht, so wie es erfordert wird. Kranke besuchen;der Zugang zu ihm ist ihm erschwert, und wenn erauch aufgeklärt genug dächte, auf der Kanzel Wahr,heilen zu sagen, die das Volk weiser und wgendhaftermachen könnten, so wird er doch durch seine dummeObern davon zurück gehalten werden, welche nicht mo-ralische gute Predigten, sondern nur solche wünschen,die etwas dttM beytragen, das Volk anzufeuern, meh-rere Meffeü lesen zu lassen, oder reichere Almosen zugeben. AuS den Regeln aller Orden erhellet auch,daß ihre Stifter keinesweges daran dachten, ihre- Schüler zu den Pfarr - Geschäften zu bestimmen. Ihrre anfängliche Bestimmung (besonders der ersten Or-den/ denn die nachherigen nahmen gleich andereGrundsätze an,) war, sich durch ihrer Hände Arbeitzu ernähren, und dabey Gott zu dienen. Benedictusgebiethet ausdrücklich, daß seine Schüler arbeite» sol-len ; er befiehlt> ihre verfertigte Arbeiten, und' zwarwohlfeiler als andere Leute, zu verkaufen, ihre Aecke»selbst zu bauen, und so, ohne andern Menschen zurLast zu fallen, zu leben. Allein, da die Frömmigkeitder ersten Mönche ihnen reichliche Stiftungen brachte^da sie in der Folge der Zeit sich unermeßliche Reichthü-mer durch den Aberglauben des Pöbels erwarben:so wurden sie es überdrüssig, von ihrer Hände Arbeitzu leben, und besaßen, wieder den ausdrücklichenSinndeS Gelübdes der Armuth, große Güter und Schähe.Ru» mangelte esihneu noch an Ehren-Stellen und