Kloster.
witzige Lehren aufgenommen, als man in allen Schul-Theologieen und Philosophiern der Mönche findet?
So sehr Mönche die Theorie verfälscht haben,eben so sehr haben sie auch die Sitten-Lehre Jesu ver-giftet. Sie haben Andachteleyen, Wallfahrten, Ro-senkränzen, Gebeth-Formeln, Loretto-Glöckchen, ge-weihten Niklas-Brödchen und dergleichen Tändeleyen,so vieles Gewicht beygelegt, daß das zuur sinnlichenGottesdienste ohnehin geneigte Volk die Liebe seinesSchöpfers vergißt, und genug gethan zu haben glaubt,wenn es sich dieser vorgeschriebenen Mittel wieder dieMacht veö Teufels und zur Erlangung der Seligkeitbedient. Menschen, die solche unnütze Spitzfindigkei-ten in der Neligion erdacht, und so verderbliche Lehreneingeführt haben, haben nun die ganze Religion desVolkes in ihren Händen. Sie lehren es auf der Kamzel, im Beichtstühle, in Städten, in Dörfern und inallen Winkeln der Länder. Es sind in den katholischenSkaten wenige Städte, wo nicht die vornehmsten Kan-zeln mir Mönchen beseht sind, wenige Einwohner, dienicht lieber einem Mönche, als ihrem Pfarrer, beich-ten. Viele Pfarren sind in den Händen der Mönche;und wo sie es nicht sind, da ist der Mönch wenigstensan großen Fest-Tagen, wenn der Zufluß des Volkesam stärksten ist, sein Gehülfe. Er lehrt alsdann dasVolk den Willen Gottes, nicht, wie ihn die Werkeder Schöpfung, die h. Schrift und die gesunde Ver-nunft verkündigen, sondern wie ihn sein Eigennutz,und damit zusamineustimiuende Moralisten und myst-ische Theologen erklären. Atts Gott schnitzen sie sicheinen Götzen, mit welchem sie die Menschen zu ihremVortheil und zum Schaden des ganzen menschlichenGeschlechtes täuschen. Sie bewaffne» seine rechteHand, wie die Heiden jene des Jupiter, mit Donner-Strahlen, jederzeit bereit diejenigen zu zerschmettern,die zu den von ihnen angepriesenen Büß-Werken nicht
zeitig