Archipel der heiligen Geist-Länder. 329 N
Pflanze bewickelt werden, nach Art der Mallicoleser, indie Höhe zu ziehe» und in der Gegend des Nabels an denGürtel fest zu knüpfen. Sobald ein Knabe sechs Jahralt ifl, muß er schon in dieser Tracht einhergehe»; sie kannfolglich nicht aus einer Art von Schanihaftigkcit entstan-den seyn, denn auf diese wird bei uncivilisirten Völkern,wahrend deu Kinderjahren, gerade am wenigsten Rück-sicht genommen. In den Augen eines Europäers wirdsie ihrer Form wegen, vollends ganz entgegenstehendeGedanken erzeugen. Man muß glauben, herumwandelndeBilder des alten Gottes der Garten zu sehen.
Zu den Zierrathen dieser Nation gehören fernernoch verschiedene Arten von Schminke, und allerhand Fi-guren, welche die Tanneser sich in die Haut einritzen.Die Schminken sind bloß für das Gesicht, und bestehenentweder aus rother Ockererde, oder aus weißem Kalkoder auS einer schwarzen, wie Bleistift glänzenden Farbe.Diese werde» mit Cocosvl angemacht, und in schrägen,
2 bis 3 Zoll breiten Streifen aufgetragen. Die weißeSchminke ist nicht viel im Gebrauch, die rothe und dieschwarze hingegen desto häufiger, und mit jeder findetman oft das halbe Gesicht bedeckt.
Das Aufritzen der Haut geschieht vorzüglich amOberkhcile des Arms und auf dem Bauche, und vertritt dieStelle des TutowirenS. Die Tanneser nehmen ein Bam-busrohr oder eine scharfe Muschel zu dieser Operation,machen damit nach allerhand willkührlichen Zeichnungenziemlich tiefe Einschnitte in die Haut, und legen alsdannein Kraul darauf, welches die Eigenschaften hat, beimHeilen eine erhabene Narbe zu bewirken. Diese Narben,aas welche sich diese Leute nicht wenig einbilden, stellenBlumen oder andere seltsame Figuren vor. Die Methode,dergleichen mit einem spitzigen Instrument in die Hautzu punktiren, scheint hier unbekannt zu seyn, wenigstens