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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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378 Australien.

Man wird sich nicht wundern, daß so kriegerische Men-scheu sich allen Europäern, welche zn ihnen kamen, als ge-fährliche Feinde zeigten. Daß sie sich h<Bei bisweilen, wiewenigstens die Reisenden berichten, hinterlistig und verra-Ibcrisch bewiesen, wird man einem rohen Volke kaum übelnehmen dürfen, da selbst in Europa Verrath und List gegenFeinde, oder die man dafür ansieht, als erlaubtanerkannt zu seyn scheinen.

SchonTasman verlor in der M ö r d e r b a i (die blindeBai des Cook) vier von feinen Leuten durch die Mordlustder Eingebornen. Der Französische Capilän Marion wardauf eine barbarische Weise mit 2 8 Mann seiner Equipage,von Leuten ermordet, die sich lange als seine Freunde be-tragen hatten. Auch Furneaup, der Begleiter Cook's,büßteeinen Offizier und einige Soldaten ein, die von den Neu«Seclanderu erschlagen wurden.

Daß dieselben Neu - Seeländer sich zu einer andernZeitgastfreundlich und dienstfertig gegen die Europäer be-trugen, wird Niemanden befremden, der die Inkonsequenzund die Veränderlichkeit des rohen, ungebildete» Menschen-haufens kennt. Die Neu-Seelander sind große ungezogeneKinder, die sich jedem Eindrucke hingeben. Alles zu habenwünschen, und wo sie nichts fürchten, sich mit GewaltAlles anzueignen streben. Gewiß hat sie nur die Furchtbisweilen zahmer gegen dieEuropäcr gemacht. Sonst wür-den sie Alle dem Knaben ähnlich gewesen seyn, der ausCook'sSchiff kam und sich dort in Maderawein berauschte. Erward lebhaft, tanzte und wollte an sich reißen, was sei-nen Augen gefiel; da man ihm mehrere Dinge versagte,zeigte er eine höchst empfindliche, leicht zu beleidigende Ge-müthsart ; er stampfte mit den Füßen, drohte, brummteoder grunzte vielmehr und betrug sich wie ein Rasender.

Die wilde Lebhaftigkeit der Neu-Seclä»der zeigt sich