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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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Australien.

Die allgemein angerühmte Fruchtbarkeit deS DodenSist ein Grund mehr, ihn grüßtentheils für vulkanischen Ur-sprungs zu halten; denn bekanntlich finden sich die geseg-netsten Gefilde in der Nähe feuerspeiender Berge.

Welcher Grundstoff des Bodens auch dazu beitrage»mag, unter dem Einfluß eines schönen Himmels diese Inselnmit dem herrlichsten Pflanzenschmuck zu bekleiden: schon vonweitem verräth das äußere Ansehen demSchiffer ein, von derNatur begünstigtes Land; denn Zerpana, Aquiguan, Tini-an, Saypa» und Guan prangen mit den schönsten Landschaf-ten, denen ein ewiger Sommer nie verwelkende Reize giebt.LordAnson, der die Insel Tinian vor ihrer Verwilderungsah, entwirft ein liebliches Bild derselben.

Das Land erhebt sich, vom Gestade des Meeres bis zurMitte der Insel, in sanften Abstufungen, indemAnhöhenund hineingeschobeneTbäler in freundlicher Unregelmäßigkeitmiteinander abwechseln. Wiesen und Wälder bekleiden dieEbenen und Hügel mit frischem Grün oder dunklem Laube,und bilden mannichfaltige Partieen, zwischen denen dasAugeunaufhörlich beschäftigt umherirrt. In denWäldern erhebensich hohe, majestätische Bäume, deren weit verbreitete Aesteschöne Kronen bilden, und zum Theil mit köstlichen Früch-ten prangen. Kein niedriges Gesträuch verdeckt dieStämme;wie in gehegtenLusthainen waren die Gebüsche hell, rein unddurchsichtig. Ueber die weiten Ebenen breitete sich ein grünerTeppich von dichtem, gleichförmigenKlee mit duftenden viel»farbigen Blumen. Zwischen diesen lachenden Fluren weide- -ten zahlreiche Rinderheerden *) und Tausende von Hühnern,Lauben und anderem Geflügel belebten die Haine. DieLand-schaft erhielt durch die Anwesenheit dieser, -dem Menschen ge-

*) Der Anblick dieser Hcerdcn muß um so schöner gewesenseyn, da das Vieh durchaus schneciveiß war, und schwarzeShrrn hatte.