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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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396
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Ay6 Australien.

an Seevögeln nicht fehlt. Das Meer liefert viele Fischeunter denen es einige giftige Arten geben soll. In den klei-nen Bächen ausTuan werden ebenfalls mehrere Fische ge-funden. Endlich giebt es Schildkröten und Schalthiere inMenge.

Neben diesen reichen Gaben der Natur müssen jedochauch die landplagenden Jnsecken genannt werden, unter de-nen Mosquitos, Centipeden, Skorpionen und eine großeschwarze Ameisenart von allen Seefahrern als vorzüglich be-schwerlich empfunden wurden.

Die ursprünglichen Bewohner dieser Inseln, waren,«he die Spanier sie unterjochten, ein zahlreiches, freies, in-teressantes Volk. Aus Tinian allein sollen über 30,000Menschen gewohnt haben. Guan konnte leicht die doppelteAnzahl ernähren. Rechnet man nun noch die Bewohnervon Serpana, Bguiguana, Saypan und Agripa» hinzu,von welchen Inseln die ältern Nachrichten versichern, sie wä-ren stark bevölkert gewesen: so kann man annehmen, daßan ijo.ooo Menschen die Marionen bewohnten.

Und wie viel sind davon übrig geblieben, seit Pfaffe»und Spanische Edelleute sich zu Herren der freien Insulanerauswarfen ? Unsere unschuldige Feder zittert, indem wir be-richten sollen, was Christen, was cultivirte Europäer ineinem irdischen Paradiese gethan haben. Bereits vorvierzig Jahren, war die ganze Bevölkerung der Marianenaus 1500 Menschen herabgesimken, nicht durch die Ge-walt der Elemente, sondern in Folge des teuflischen Systemsder Spanier, welche, um den Freiheitssinn dieser Menschennichl fürchtevzu dürfen, kaltblütig an ihrer Ausrottung ge-arbeitet haben.

Solche Denkmäler haben die Spanier in drei Welt-theilen sicherrichtet. Solche Greuelthatcn hat sich eine gro-ße, in vieler Rücksicht edle Ration, zu Schulden komme»lassen.