Buch 
14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
Entstehung
Seite
397
JPEG-Download
 

Die Ladronen - oder Mariayen - Inseln, zyx

Die Urbewohner der Marianen waren ein starker, kräf-tiger Menschenschlag, der zur Malajischkn Rasse gehörte, wiesowohl ihre braune Leibesfarbe, ihre lebhafte, etwas wildePhysiognomie, ihre unruhige, leidenschaftliche Thätigkeit,als vorzüglich ihre Sprache beweist, welche nur eine Mund-art der Taga l ischen*) ist.

Dieses Volk zeichnete sich ehedem durch ganz eigen-thümliche Sitten, merkwürdige bürgerliche Einrichtungen,und durch ein RcligionSsystem aus, in welchem sich eine ganzoriginelle Phantasie offenbarte. Ihre Nachkommen, anderen Seelenheil die Mönche gearbeitet haben, sind kleine,,schwärzliche, widerliche, krätzige, von der Lustseuche abge-zehrte Trunkenbolde geworden.

Da die neuesten Geographen über die Eigenheiten die-ses Volkes ein tiefes Stillschweigen beobachten, bei we-nig andern Stämmen der Australier aber die schönsten An-lagen so deutlich nachgewiesen werden können, als hier; sohalten wir es um so mehr für unsere Pflicht, die älteren, eth-nographischen Nachrichten von den Bewohnern der Maria-nen im Zusammenhange vorzutragen, als die Völkerkundeandere Dinge zu berichten hat, als daß die Ureinwohnerdieser Inseln gescheid und von langem Haarwuchs sind,daß sie Früchte und Fische genießen, große Neigung zumFettwerden haben, und was dergleichen Curiositätzenmehr sind.

Als M a g e l h a e n den Archipel der sogenannten Ladro-yen entdeckte, lebten die Einwohner in großer Anzahl in ge-

*) Die Tagalische Sprache wird von der ansehnlichstenVölkerschaft auf den Philippinen geredet; es giebt ge»druckte Wörterbücher und Sprachlehren derselben.