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meinschaftlichen Wohnplätzen oder sogenannten Städtenzusammen, und obgleich in der Beschreibung der Reise je-nes Weltgmscglers gesagt wird, daß dieses Volk keine Artvon Regierungsverssssung hätte: so zeigt doch schon dasBeisammenwohnen eine Art von gesellschaftlichem Vereinan, wie solches auch aus den Berichten der Missionäreerhellet. Eben dieser gesellschaftliche Verein macht esmöglich, eine Charakteristik von ihnen zu entwerfen; dennisolirte Stämme haben keine gemeinschaftlichen Begriffe,keine übereinstimmenden Sitten, ja selbst keine, sich langegleichbleibende, Sprache.
Alle älteren Reisenden haben diese Insulaner als un-gemcin starke, in körperlichen Uebungen gewandte Men-schen geschildert. Ein vierzehnjähriger Knabe griff einst,(im I. 1568: einen erwachsenen Spanier auf und lief la-chend mit ihm davon. Der englische Schiffscapitän Cow«ley erzählt, seine Leute hätren vier von diesen Wilden ge-fangen genommen, und mit rückwärts gebundenen Händenauf das Schiff gebracht; sie hätten aber gleichwohl sich indiesem Zustande über Bord geworfen, um schwimmenddas Ufer zu erreichen. Die Engländer eilten in ihremBoote ihnen nach; der eine schwamm eine Englische Mei-le mit gebundenen Händen fort, ehe er erreicht und gctöd»tet wurde; ein anderer hielt vierzig Schüsse aus, ehe eruntersank — Magelhacns Soldaten schössen Pfeile gegensie ab, welche sie durchbohrten; sie zogen mit der größtenKaltblütigkeit die Pfeile aus den blutenden Wunden, be-trachteten sie aufmerksam und blieben auf ihren Posten,bis sie zusammenstürzten. — Im Schwimmen und Unter-tauchen zeigten sie eine auffallende Geschicklichkeit; Männerund Weiber holten aus dem Grunde des Meeres Fische,Steine, Vögel und was man hinein warf, herauf, undblieben bisweilen so lange unter Wasser, daß es unbegreiflichwar, wie sie so lange ohne Athem zu holen, leben konnten.