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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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410
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Australien .

Erde besuchen, zwischen Blumen ist: so stellt man Körbchenmilden lieblichsten,duftcndstenBlüthen gefüllt, anfreundeliche Orte, oder neben den Wohnungen ihrer zurückge-laffenen Freunde, damit sie durch dies aufmerksame An«denken sich freundlich der Opfernden erinnern, und ihnenangenehme Träume senden.

Die Priester, welche diese Lehre verbreiten, sind dieDichter des Volkes, die in großem Ansehen stehen, dieThaten der Vorfahren besingen und zugleich dem Volkedas höhere Leben der Geister und die Geheimnisse derSchöpfung erklären.

Der erste Mensch, lehren diese Dichter,wurdeauf der Insel Guan aus einem Stück Erde erschaffen,nachher aber, weil er zu weich war, die Freuden undLeid.n des Lebens zu ertragen, in einen Stein verwan-delt. Dieser Stein zersprang nachher in unzählige Stücke,die in alle Weltgegendeu zerstreut wurden. Daraus ent-standen die andern Menschen. Weil nun diese so weitvon ihrem ursprünglichen Vaterlande hinausgeworfenwurden, so verloren'sie den Gebrauch der Sprache: unddaher, sagen sie, verstehen sie weder uns, noch sichselbst. Zwar können sie einige rauhe Töne aus der KehleHerausstoßen, welche einige Aehnlichkeit mit Worten ha-ben; da sie aber nur wie abgerichtete Vogel oder andereThiere handeln, so ist es klar, daß sie nur eine unvoll-kommene Vorstellung von dem haben, was sie sagenwollen."

Eine eigene Gattung von Priestern waren die Mana-cas , welche vorzüglich die Mittel lehrten, die Anitiszu besänftigen ; zugleich waren sie Aerzte und Wundärzte,weil sie die Wirkungen der Kräuter kannten.

Kein Priester hatte übrigens Einfluß auf diese freienKinder der Natur, als insofern er seiner Lehre durch Be-redsamkeit Eingang verschaffte. Ein dummer Priesterwurde nicht augehört.