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14 (1820) Australien / [Hrsg.: Theophil Friedrich Ehrmann; Friedrich Ludwig Lindner]
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411
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Die Ladronen - oder Marianen » Inseln. 411

2>ie Begräbnisse der Marianer sind mit vielen Feier-lichkeiten verbunden. Besonders waren die Weiber febrgeschickt, die Grabmähler ihrer geliebten Verwandten aufdas kunstreichste auszuschmücken. War er ein Held imKriege, so zierten Lanzen sein Grab. Halte er sein Le-ben auf dem Meer zugebracht und ren Ruhm eines ge-schickten Seemanns erworben, so wurde der Mastbaumseines Schiffes in die Erde gesteckt, das Schiff in Stückenzerschlagen und alle Theile um die Gruft gestellt. Di»Zwischenräume wurden mit Rudern ausgefüllt. War derVerstorbene zu Wasser und zu Lande berühmt, so wurdenRuder und Lanzen abwechselnd neben einander gestellt und«in Dach von grünen Zweigen darüber gedeckt.

Die Feierlichkeiten bei diesen Leichenbegängnissendauern mehrere Tage, wobei die Anwesenden, deren An-zahl bisweilen mehrere Hundert betlägt, fasten, klagenunh die ausführliche Lcbensgcschichte der Verstorbenen er-zählen. In diesen Berichten bleiben sie der Wahrheit sotreu, daß sie auch die Thorheiten nicht verschweigen,wobei denn die ganze Gesellschaft den Todten laut aus-lachte. Eben so aufrichtigen Antheil beweisen sie seinemRuhm und den unglücklichen Erciguissen seines Lebens.

Die Klagereden der Weiber bei diesen Gelegenhci'te»müssen, nach dem Berichte der Missionäre, oft so rührend,als poetisch gewesen seyn. Ja der Geschichte des PaterI,e Gobien sind einige solche Reden aufbewahrt, worauswir dem Leser eine Probe mittheilen wollen. Die eineKlagende sagte:Ich habe nun nicht mehr zu leben; derUederrest meines Lebens ist nur ein langsamer Tod, vonTrauer und Ueberdruß begleitet. Der Stern, der michleitete, ist verschwunden ; das Licht meines Mondes ver-loschen! die Sonne, die mich erfrcuete, hat sich auf ewigverdunkelt. Die Nacht allein ist mir treu geblieben, diemich durch die Wellen des Kummers hindurch führt, bis