Kunst - Kammer. 375
kie Absicht gehabt zu haben, die Wstteiferung derNatur und Kunst sichtbar zu machen, worin doch dieKunst der Natur weichen muß; es ist aber doch bestJ. ec / beydes von einander abzusondern. Bisweilenman auch wohl alles Seltene der Natur undKunst deswegen zusammen, weil man keinen großen^errath, hat, und doch gern eine Kunst-Kammer ha-j-eii will (*), Man rechtfertigt diese Verbindung da»mlrch, weil die Kunst durch Schleifen und Polieren® ei ‘ Steine, Hölzer und Muscheln, durch Austrock-nn und Ausstopfen der Thiere rc. nachhelfen muß.Mein, eine solche vermischte Sammlung mancherNatur- und Kunst-Seltenheiten wird nicht richtigKunst-Kammer genannt, denn dazu wird eine-Nenge und Mannigfaltigkeit der Kunst-Werke inetne t guten Anordnung erfordert. Füglicher könntesie mit dem unbestimmtern Worte Raritäten-kammer, oder Raritäten-Labiner, Fr. cirambre^>er Cabinct des RarctCs, benennen. In ein Kunst-^binet gehören also eigentlich nur Kunst-Gerüche^d Kunst-Stücke, als: allerley Automata, Uhren,^nstliche Arbeiten von Eisen, Draht, Stahl, El-^«bein. Holz, Bernstein, Glas, künstliche Schriftu.s.w. Kostbare Gefäße, zerschnittene Edelstei-ne / u. d. gl. gehören entweder in die Anriquitäken-Aa 4 . simr
c>) Die gewöhnlich« Vermischung der Naturalien- und Kunst-Kammer, hat «lieft die abgeschmackte Benenunng derselbenveranlaßt, welche S:ichs Gammaralog. L. r, c 5. p. so/ er-dacht hat, und als» lautet:
^ M,rj0r, der Erfinder der Gedächtniß-Münze auf diettvttorfifche Kunst und Naturalien, Kannne-, (f. unten,
5U2,) bat ihm die Ehre dieses erfundenen lächerliche» Wor-tes nicht gegönnt, und daher solches noch mit zwey Syl-den also verlängert!
in unserer deutsche» Sprache ein Lremr-klinst-»vmideevverk« -Lehälrnist dedenm, aber eben so gezwnn-«en klingt.