Kunst - Kammer. 429
Beschäftigung gab auch zu verschiedenen von«> Witze dieses Königes zeugenden Anekdoten Gelegen-Hr. Präfitr. v. Denekendorf(*) erzählt davongende zwey. Ein bekannter Minister, den der Königbau ^ Kurzem in einem wichtigen Geschäfte gebrauchtfort und welcher, weil er solches glücklich ausgerichtetdien^ bafür eine besondere Gnade und Belohnung ver-«tu haben glaubte, bat um Ertheilung des großeneben Adler-Ordens. Friedrich Wilhelm faßals er den Brief dieses Ministers erhielt, an seinem^,,.l>ler-Tische; erergriff, nachdem er den Brief erbrochenUiak,Ablesen hatte, ein neben ihm liegendes Blatt Papier,^ ylke auf dasselbe den schwarzen Adler Orden mit Band,ken !> Stern, und schickte diesen recht künstlich gemahl,e ?' an statt dek Amwbrt, an den Minister zurück,ju n Minister konnte diese hieroglyphische Antwort zurt«lt r ^"nen, daß dergleichen Ehren - Zeichen nicht erbet-„tz^xloudern von den Händen der große» Herren aus eige-^swegung erwartet werden inüssen.
Gemeine von des Königs Regiment in Potsdambsg suchten die besondere Gnade, welche dieser Monarchdav Gelegenheiten gegen sie blicken ließ, dadurch,ibn. ^ 'hm fremde Bittschriften in Justiz Sachen, dietonn? bon Advocaten aus Berlin Heimlich zugestelltf«tt Ctt/ überreichten, weil sie wußten, daß er ihnen nnreig»" ^ne abschlägige Antwort gab. Hiermit trieben fie eincben Gewerbe, und der König wurde dedurch zu man-leltee "Fügungen, bir den Lauf der Justiz hemmten, ver-ste d .Es der König dieses entdeckte, war er anf das öusser-Äinm"^r entrüstet, und ertheilte dem damahligen Etats«v. § "r und nachherigen Groß-Kanzler, Freyherr»fcj e ; 5l °. CCf >i, den Befehl, baß er ein scharfes Edkct widerist 0; "socaten, die sich unterstehen würden, Bittschriftenlüg 1 ■ Sachen durch einen Potsdamer Grenadier un-svllkt "^.bey dem Könige einreichen zu lassen, auftetzendaßd,-^r Minister bemerkte bey der erhaltenen Ordre,feg bie eigentliche Strafe, die ein Advocat, der die-
^krvvth übertreten würde, zu erwarten hätte, nicht benannt^ Cc 5 habe.
nin'* 1 ®owm( der Larakrerzüge au» dem Leben Lö«.^'"drich Wilhelm l. rc. (Bert. I7«7/ *■>• uo / fua.