4io
Kunst-Kammes
habe. Er fragte daher darüber an, und bat um «äheDerhaltungs» Befehle. Diese Anfrage erhielt derKo »ebenfalls zu einer Zelt, wo er sich mit der MahlereySetzte. Mahler, Dichter und Lonkünstler, haben, wein »ihnen nur hauptsächlich die Einbildungs-Kraft in Bei« »ung gesetzt ist, öfters in der Verbindung der ihnen vkommenden Gegenstände sehr seltsame Einfalle, die unter vNahmen von Phantasten bekannt sind, und ebenfalls ihrWerth haben. In diesem Zustande befand sich ohne 3j*'fei der König, als er desv. C o c c e ji Bericht erbrach,
«ran dem Rande deffelbeneinen Galgen, an welchem einAvoeakund ein Hund aufgehenft waren, mahlte, unddenDricht, ohne eine weitere schriftliche Antwort, damit jUN-sandte. Bey dem durchdringenden Verstände,den dieser^narch besaß, ist es unmöglich zu glauben, daß erst^bey dieser hieroglyphischen Antwort etwas ernsthaftes^Lacht habe, sondern vermuthlich wollte er bloß den Ä>>"ster von der Unschicklichkeit seiner Anfrage dadurch überzev'gen; indem dieser, da hier nur eine willkürliche Leib^oder Geld-Strafe Statt finden konnte, solche selbstl"bestimmen, oder dem Könige vorzuschlagen, berechtigt WvEocceji glaubte aber diesen scherzhaften Einfall alsnett wirklichen Befehl des Monarchen ansehen, und bli»'lings befolgen zu müssen. Er ließ daher ein Edict dcucken, worin denjenigm Advocaten, die sich, durch ein \ 4Potsdamer Grenadier eine Bittschrift bey dem Könige u"mittelbar übergeben zu lassen, unterfangen würden, 0 'Strafe des Galgens, in Gesellschaft eines Hundes, aEkündigt wurde. Wäre es auch möglich gewesen, zu ü<r »wüthen,' daß diese seltsame Strafe in der Meinung ^Königes in den ersten Augenblicken gegründet gewesen ft"!so hätte es doch des Ministers Pflicht erfordert, nachD^fiießung einiger Zeit, Gegen-Vorstellung deshalb zudie gewiß nicht ohne Wirkung gewesen seyn würde. 3"'Glück ist dieses Edict niemahls zur Wirklichkeit gekoinn's^sondern gleich in seiner ersten Geburt erstickt, und aus d>^ftr Ursache auch nicht einmahl der Myliusscheu Sän""'ung einverleibet worden. ,,
Die sonst bey gefunden Tagen dem Köulge gewöhnlichErgetzung mit der Mahlerey wurde in den Tagen se>"Krankheit, in den schmerzhaften Anfallen des PodEwenn die Umstände es einiger Maßen erlaubten, «be»fa»»