442
Künstler.
wer sich erst das weise Gefühl eigen gemacht h 'wer wenig Bedürfnisse hat, lebt glücklich, der nur» Sfrieden seyn, bey Mäßigkeit und Freyheit. >Ich wünsche dem Künstler Unterstützungreichliche Belohnung; ich wünsche aber auchdaß dieses den ihm anständigen Charakter nicht ver .dere, ihn im Glück nicht übermüthig, und imnicht kriechend mache. Aber so sehr, als es mir >fällt, wenn ich über Künstler-Stolz klagen, t,n£) , {ll eüber bittere Anmerkungen machen höre, so sehr stich mich, wenn man von einem Künstler sagt, eC ^ke so edel, als es seine Werke sind, und verbindeeiner vollständigen Kenntniß seiner Kunst, ei5le f jvit,ten, Bescheidenheit und Menschen - Freundlich^Er hüte sich, mit seinesgleichen in pöbelhafte © tr rtigkeiten zu gerathen, und betrage sich so,' daß ,Achtung für ihn fühle, und wirklich empfinde, ^ein Künstler sey. Denn wahrlich, ein Ö tC LKünstler, der sich also bezeigt, erweckt in mir .wahre Ehrfurcht; ich bemühe mich, ihn zu sehr» ^zu hören, und verwundere nrich darüber nicht, tvdie Großen der Erde, die gewohnt sind, an allenten Mterwürfigkeit und Demuth zu finden,schaftlich zu dem Künstler herab lassen, und ihnUmganges, ihrer Gesellschaft würdigen. De»»l. ■ (wahrhafter Künstler wächst nicht, wird nicht so * tl 1sondern er muß geboren werden. sB-
Iouru. von und für Deutschland, 1786, t© St- T. 8-^Maa^rzin der bildenden Dünste, 1 B. (München, * 7 ?
S. 97, Kg.
itff
Mit dem je;t über Künstler- Stolz gefällte» *theile, verbinde ich folgende scharfsinnige GeP» ^des Hrn. Hof-Capellan Junker vom dissolute»den einiger Rünftler (*).
(') I» Hr». Hvft. Mcusc l Muftm» für- Lünstler «»Ag.
Ltt>istlicdl,aber, 7 St. (Mattnh. 178?, gr. 8 .) "