466 Leber-Krankheiten, der Menschen und Thiere.
neS entspringenden Uebel bey den am Kopfe Verwun-beten, sind nicht Wirkungen, die von erweiterten zu-rückführenden Blut-Adern und Blut-Behältern ent-standen sind, sondern Folgen von erweiterten Schlag-Adern, und der ausser den Gefäßen befindlichenFeuchtigkeit, des Schlagader-Blutes, des Blut-Wassers und des Eiters. Auch muß man auf dieZartheit der zurückführenden Blut-Adern der weichenHirn-Haut, und auf die Verengerung der Mündun-gen, mit welchen die zurückführenden Blut- Adern sichin die Blut-Behälter einpflanzen, Rücksicht nehmen,aus welcher Ursache die zurückführenden Blut-Adern,noch ehe die Blut-Behälter mit Blute verstopft wer-den können, zerreissen.
Nachdem nun Pouteau die Schwierigkeiten, wel-chen diese Meinung unterworfen ist, eingesehen hatte,fiel er auf entgegengesetzte Seiten. Seine Meinungist diese: daß, wenn der Kopf verwundet worden ist,das Blut in geringerer Menge nach dem Gehirne,in größerer aber zu den Eingeweiden des Unterleibesgebracht werde; es sey also nicht die Verstopfung derzurückführenden Leber-Blutadern, sondern die allzuheftige Bewegung des Blutes, an der Entzündung unddem Abfceß der Leber Schuld. Allein, die Schwächeund Aronie des Gehirnes, und die große Ergießungder Säfte, von welchen, wenn die Schlag-Adern zu-sammengedrückt werden, der Zufluß des Gehirn-Blutes vermindert würde, ist das Gehirn-Mark,welches keinen Druck leiden rann, nicht lange auszu-stehen vermögend, und bringt dem Verwundeten,noch ehe dieser Ursache wegen sich ein Abfceß bildet,den Tod zuwege. Auch entspricht dieses dem nicht,was man bey allen Verwundeten wahrnimmt; dennes ist ausgemacht, daß ein um desto größerer Zuflurvon Säften nach einem jeden Theile geschieht, je grö-ßer