494 Leber-Krankheiten, der Menschen und Thiere.
Gefäße, als auch auf eine allzu große Erschlaffungderselben; in Ansehung der flüssigen Theile aber, wenndie Säfte zu dick und zu Entzündungen geneigt, oderaber zu zähe und verschleimt sind. Unter die entfern-ten Ursachen können folgende gerechnet werden: dieEntzündungen der Leber, die, oben gedachter Maßen,sehr oft vorfallen, und selten durch eine gutartigeZertheilnng gehoben werden können; heftig stopfendeund zusammenziehende Arzeney-Mittel, mit welchenman, unvorsichtiger Weise, einige Krankheiten beydem Viehe zu curiren pflegt; kaltes und übermäß-iges Trinken nach erhitztem Leibe; lange anhaltenderMangel der Bewegung, und zugleich der Genuß un-verdaulicher, grober oder auch allzu schleimiger Nahr-ung--Mittel, wohin vorzüglich die Oehl-Kuchenmir gehören, besonders, wenn dabey zugleich der Ge-brauch des Salzes mangelt, als welches dergleichenunverdauliche Nahrungs-Mittel gehörig zu entwickelnund aufzulösen vermögend ist; ferner der Mangel ei-nes hinlänglichen Getränkes bey der Ruhe des Kör-pers, und zugleich bey dem Genusse trockner und har-ter Nahrungs-Mittel; endlich auch äusserliche Ver-letzungen, als: Schlagen, Fallen und Stoßen, aufdie Gegend der Leber.
Die Cur dieser Krankheit ist im Anfange, undwenn das Uebel nicht allzu beträchtlich ist, und ge-hörig behandelt wird, nicht unmöglich; sie ist es aber,wenn die Verstopfung lange gewahrt hat, sehr großund beträchtlich, und bereits in eine Verhärtungübergegangen ist. Um so weniger darf man sich auchalsdann einen glücklichen Erfolg versprechen, wennsich bereits ein anhaltender Bauchfluß dabey einfin-det, oder auch Gelb- oder Wassersucht, oder beydezugleich, habey erscheinen.
Es ist aber sehr zu bedauern, daß man gegen diese,bey allen Gattungen des Viehes so oft vorkommende
Krank-