Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
495
JPEG-Download
 

Leber» Krankheiten, der Menschen und Thiere. 49;

Krankheit, nicht mehrere und zuverlässigere Mittelfindet. Die veneriamfche Seife, die Wurzel desLöwenzahnes (Taraxacum), und das Kraut vondem stinkenden Schierling (Ciana aquatica), find,nach Heu. v. Willburg Urtheile, diejenigen Arze-neyen, von denen man im Anfange und bey einemgeringen Grade dieser Krankheit, fast allemahl einenglücklichen Erfolg sich versprechen kann; aber sehrselten, ja fast niemahls, läßt sich solches von diesen,noch weniger aber von irgend einigen andern Arzeney-Mitteln, in einem hohen Grade dieser Krankheit, wodie stockenden Säfte verdickt, und bereits in den Ge-fäßen verwachsen sind, hoffen. Folgendes Mittel ent-hält die Kraft aller dieser Arzeneyen: Man nimmtvenet. Serse, 2 Loth; Löwenzahn - Enract (*), 1 Loth,thut beydes in ei« irdenes Geschirr, und gießt: MaßWasser, in welchem vorher eine Handvoll Schier-ling-Kraut gekocht worden ist, siedendheiß darauf;und wenn die Seife nebst dem Ertracke zerschmolzenist, giebt man des Tages z Mahl eine Theetasse volldavon. Wenn das Uebel sich hartnäckig zeigt,kann man dieses Mittel von Zeit zu Zeit mit etwasSchierlingkraut.-Eriracr, welches eben so wie daSLöwenzahn Ertrack bereiter wird, welches man darinzerschmelzen läßt, mehr und mehr verstärken, und denGebrauch dieses Mittels auf erst besagleArtfortseßen.Hr. v. Willburg versichert, er sey ein ParMahl mitder Beynnj'chung des Schierlings. Exrracles so weitgestiegen, daß auf den Tag anderthalb Loth kamen,

und

(*) Dieses Extra« wird auf folgende Art bereitet. Man sam-melt das Löwenzahn-Kraut zu Ende des Iun., oder iu derMitte des Ini., schneidet und stößt es; dann presset manden Saft davon, und läßt solchen allmählich bey dem gelin-desten Feuer in einem irdene» Geschirre siede», bis er dieDicke eines Extractes erlangt. Diese» verwahrt nian her-nach »I einem irdene» und wohl verbundenen Geschirre,zum bestimmten Gebrauch.