Leber-Krankheiten, der Menschen und Thiere 499
sich spüren lässet. Das Pulver von stinkendemSchierlings-Kraut, hatte ebenfalls, wi^Hr.v.WÜl-bur§ versichert, des Tages 3 Mahl zu {- Quenr ge-geben, etliche Mahl in dieser Krankheit Wunder ge-than. Zum Getränk koche man eine Handvoll Lö-wenzahn-Wurzel mit 6 Maß Wasser einige Minu-ten lang; wenn solches erkaltet ist, wird es den Scha-fen zum beständigen Getränk gegeben. Wenn sie die-ses Getränk nicht trinken wollen, kann man etwasSalz darein thun, da sie es dann begierig nehmen.Zur Nahrung, giebt man den Schafen frische odergedörrte Pflanzen und bittere Kräuter, die auf trock-nen Bergen und an dürren Orten gewachsen sind; vor-nehmlich sind Löwenzahn, Cichorien und Cardobernedictenkraut, hierzu dienlich.
Zu den Leber-Krankheiten gehören auch dieWasser-Blasen. Es giebt, nach Hrn. D. BaÜIie (*),keine Drüse im menschlichen Körper, in welcher sich'Wasser-Blasen so häufig finden, als in der Leber,ausgenommen die Nieren, in denen fie noch gemeinersind. Wasser-Blasen der Leber werden gemeiniglichin einem Sacke oder Balge gefunden, der meist et»eansehnliche Größe hat, und aus einer sehr festen Ma-terie, welche sich fast wie Knorpel anfühlt, besteht.In einigen Lebern ist dieser Balg nicht dicker, als einengl. Schilling, in andern hat er fast einen Zoll inder Dicke. Die Blätter, aus denen er besteht, sindaus einer weißen Materie gebildet, auf deren innernSeite sich eine Lage von breyiger Substanz befindet,die wie gerinnbare Lnmphe aussieht. Die Höhlungdes Balges ist durch Abtheilungen dieser breyigen Sub-stanz, wieder in kleinere Höhlen getheilt. In einemBalge findet man eine Wasser - Blase, oder auch wohlIi r mehr
(*) Am enges. O., S. 154/ P