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Lebhaft.
zur andern übergeht. Aus diesen beyden Begriffenläßt sich bestimmen, waS der lebhafte Charakter desMenschen sey.
Dem Lebhaften ist zwar das Träge, auch dasKalte gerade entgegengesetzt; doch scheint auch dasSanfte, Gefällige und Einschmeichelnde ihm einigerMaßen entgegen zu stehen. Jenes widerspricht demLebhaften ganz, und mißfällt meistentheils; diesesmacht einen gefälligen Gegensatz, und ist noch in sei-ner Art angenehm. In den schönen Künsten gefälltdas Lebhafte eben so gut, als das Sanfte; jedes anseinem Orte, und in der genauen Uebereinstimmungmit dem Charakter des Ganzen. Der Künstler mußsanft oder lebhaft seyn, nach Beschaffenheit des Ge-genstandes, den er behandelt, oder der Vorstellungund Empfindung, die er zu erwecken bat.
Die Lebhaftigkeit hat an sich selbst, ohne Rück,ficht auf ihre Ursachen oder Wirkungen, etwas, dasgefällt. Denn wie wir überhaupt Leben und Beweg-ung der Ruhe vorziehen, so gefällt es uns auch, wennin dem Leben und in der Thätigkeit bisweilen einigelebhafte Augenblicke vorkommen. Indessen scheintes doch, daß die Lebhaftigkeit, sowohl in dem Fort-gangs des LebenS, als in den Gegenständen des Ge-schmackes, eigentlich nur als eine Würze zur Erhöh-ung der gewöhnlichen Vorstellungen diene. In demgesellschaftlichen Umgänge der Menschen würde eine an-haltende Lebhaftigkeit ermüden; kommen aber biswei-len zwischen die gewöhnlichen Scenen des Lebens ein-ige von größerer Lebhaftigkeit, so geben sie dem Geisteund dem Gemüthe einen neuen Schwung und neueKräfte. Aber eine lange anhaltende Lebhaftigkeit ermü-det zu sehr, hemmet die Wirkungen einer ruhigenVernunft, und hindert den Menschen, zu der Gründ-lichkeit und Standhaftigkrir zu kommen, deren ersonst fähig wäre. Man kann bey ganzen Völkern,