Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lebhaftigkeit in Gesellschaften. 537

stellungen von dem, was lebhaft heißt, sind derGrund so verschiedener Urtheile über eine und ebendieselbe Person; und da nur eine davon die richtigeseyn kann, so dürfte es wohl nicht undienlich seyn,dieselbe unter so vielen verschiedenen Begriffen auf-zusuchen, und, so viel möglich, zu bestimmen, damitman theils wirklich lebhaften Personen diese Be-schaffenheit nicht auf eine ungegründete Weise ab-spreche, theils aber auch andern auf keine unverdienteWeise beylege.

Will man dasjenige also angeben, was zu der ge-sellschaftlichen Tugend der Lebhaftigkeit gehört,so wird man zuvor bestimmen müssen, was Leben über-haupt sey, weil dieselbe ohne dieses nicht bestehenkann. Das Wort-Leben wird, wieichimLXVITH.,S. 69g, gezeigt habe, sowohl von leblosen, als le-bendigen Dingen gebraucht, und hat also nach der Ver-schiedenheit dieses Gebrauches verschiedene Bedeut-ungen, 'welche alle im Allgemeinen darin zusanunenkommen, daß Leben so viel heißt, als in Absichtauf eine gewisse Sache wirksam seyn. Das Lebeneiner Sache besteht demnach in einer solchen Beschaf-fenheit derselben, nach welcher sie, in einer gewissenBeziehung genommen, wirksam ist. Es wird mithinauch zur Lebhaftigkeit eine Beschaffenheit erfordertwerden, nach welcher in Absicht eines gewissen Ge-genstandes eine Wirksamkeit sich äussert. Doch die-ses ist noch nicht genug. Die Lebhaftigkeit ist nichteinerley mit dem Leben; sie schließt etwas mehrinsich,und dieses muß bestimmet werden. Betrachten wrrden Begriff des Lebens, so ist darin der Grund derWirksamkeit noch nicht angegeben worden. Sehtman diesen^est, so bekommt man zwey verschiedene Ar-ten des Lebens, zu deren einer die Lebhaftigkeitgehört.Der Grad unterscheidet sich von einem andern durchdas Größere und durch das Kleinere. Die W-rk-

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