54o Lebhaftigkeit m Gesellschaften.
erlangt wird, sind in Absichtaufdenselben ungeschickt.Es ist nicht schwer, zu bestimmen, welche Art derMittel für die Lebhaftigkeit gehöre. Es sind bloßdie geschickten. Wer ungeschickte Mittel zu Erreich-ung «tneS Endzweckes in Gesellschaften anwendet, derbraucht entweder solche, die etwas anders bewirken,alS der vorgesetzte Endzweck erfordert, oder solche,die gar das Gegentheil von der gesellschaftlichen Ab-sicht bewirken, oder solche, die sehr wenig zu ihrer Er-langung beytragen. In allen drey Fällen beweisetman sich nicht in einem höher» Grade zu Erreichungeines gewissen gesellschaftlichen Endzweckes wirksam,man kann folglich nicht lebhaft seyn, sondern man führtsich in dem ersten Falle, nach dem gewöhnlichen Ausdru-cke, in der Gesellschaft wie ein Narr auf; im zwen-ten, als einen Störcr derselben; und im dritten, alseinen Schläfrigen. Die geschickten Mittel sind alleinhinlänglich, daS Ziel der Gesellschaft zu erreichen.Ein lebhafter Gesellschafter ist demnach ein sol-cher, der in einem höher» Grade bloß zu Erreich-ung eines gutenEirdzweckesemerGesellfthafc durchg e sch i ck r e Mittel wirksam ist.
Die geschickten Mittel sind wieder von doppelterGattung. Sie sind entweder moralisch gut, oder mo-ralisch böse. Es ist gar nichts Widersprechendes, daßman böse Mittel anwenden könne, um einen End-zweck, der an und für sich gut seyn kann, dadurch zuerreichen. Wie viel Gesellschaften findet man nicht,wo man das Vergnügen zur Absicht hat, eine Absicht,die auf keine Weise getadelt werden kann! undwo man böse unerlaubte Mittel anwendet, um dasVergnügen zu erreichen? Allein, es ist widerspre-chend, daß alsdann eine an und für siA gute Absichtnoch eine gute bleiben sollte, wenn sie durch unerlaubt«Mucel wirklich wird. Der nothwendige Zusammen-hang zwischen der Wirklichkeit des Endzweckes, der,