55i Lebhaftigkeit in Gesellschaften.
ben an sich tragen, und läßt unS niemahls in demFehler verfallen, dendiejenigen begehen, die, nachdemgewöhnlichen Ausdruck, in den Tag hinein schmähen,oder unvernünftiges Zeug plaudern. Sie macht unsvorsichtig, daß wir durch unsere Worte und Mienenniemand beleidigen, und lieber unsere unzeitigen undzweydeutigen Einfälle, als unsere Freunde, verlierenmögen. Sie ist eine der unentbehrlichsten Gefährt-innen eines lebhaften Gesellschafters, wenn er diesenehrenvollen Nahmen behaupten, und in der Ge-sellschaft eine harleguinmäßige Aufführung vermei-den will.
8. Weil ein lebhafter Gesellschafter immer denEndzweck der Gesellschaften vor Augen haben muß,so muß er dasjenige, waS ihn daran hindern kann,aus dem Wege räumen. Denn wofern dieses »ichk ist,so kann er nicht in dem gehörigen Grade zu Erreichungdes Endzweckes wirksam seyn. Er muß daher in derGesellschaft frey von Zerstreuung, frey von fremdenGedanken seyn. Er muß seine häuslichen Beschäft-igungen und Sorgen, welche sich dazu nicht schickenwollen, nicht mit bey sich tragen. Er muß Herrüber seine Leidenschaften seyn, damit er durch den ho-hen Grad ihrer Unbändigkeit nicht von dem Ziele ab-gewandt, und in Einrichtung der Mittel nach demEndzwecke gehindert werde. Da die Furcht und Blöd-igkeit in Gegenwart Anderer große Hindernisse in derAufmerksamkeit auf die gegenwärtigen Umstände sind,in denen man sich befindet, so wird ein Lebhafter auchvon diesen sich vor andern frey zu machen haben, undsich einer anständigen Freymüthigkeit und der Gegen-wart des Geistes befleißigen müssen.
9. Je mehr jemand weis, je mehrere Fertigkeitenjemand hat, je verschiedener Art diejenigen Dingesind, die er weis, je geschickter er in der Verbindungaller dieser Dinge ist, desto lebhafter kann er seyn.
Es