Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
555
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Lebhaftigkeit in Gesellschaften. 555

neu nicht solche Zufälle für einen nachdenkenden leb-haften Gesellschafter werden! Was für Ermunter-ung giebt uns nicht ein Fehltritt, der uns so theuerzu stehen gekommen ist, auf das Künftige die schlü-pfrige Bahn zu vermeiden, und uns von der Seitezu verstärken, wo es uns noch fehlt! Jener weiseAuSspruch: lerne dich selbst kennen! ist einem Gesell-schafter in Absicht der Lebhaftigkeit ungemein vorrheil-haft; und er kann sich nicht besser kennen lernen, wasdiesen Punct betrifft, als wenn er in Gesellschaftenist, und sich bemühet, lebhaft zu seyn. Seine ei-gene Fehltritte werden sichere Führer für ihn auf dieZukunft werden. Die Muster Anderer werden ihnermuntern, und zugleich unterrichten. Die FehlerAnderer werden ihn warnen können. Die Uebungaber in der Lebhaftigkeit selbst wird ihn geschickter undungezwungener, mithin auch angenehmer in dieser Artder Aufführung machen.

i2. Vielleicht will man wissen, welche Tempera-mente sich am besten zur Lebhaftigkeit schicken. Ichkann aus dem, was ich von den Eigenschaftrn eineslebhaften Gesellschafters gesagt habe, überhaupt ant,Worten, daß diejenigen sich am besten zur Lebhaftig-keit schicken, die mit den mehresten Fähigkeiten, inAnsehung des Verstandes, des Willens und des Kör-pers, verbunden sind. Allein, wenn ich weiter be-stimmen soll, ob es das sanguinische, oder cholerische,oder das phlegmatische, oder das melancholische sey,so werde ich diese Bestimmung unerörtett lassen. Ichhabe bemerkt, baß wenn von der Güte der Tempera-mente, und ihrem Verhältnisse gegen eine Vollkom-menheit des Verstandes oder des Willens, die Redegewesen ist, man oft durch Angabe und Benennungdesjenigen, welches daS beste für diese oder jeneVollkommenheit wäre, Gelegenheit bey den Leserngegeben hat, ihre Eigenliebe rege zumachen, und daß

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