Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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582 Lechzen.

den höchsten Grad der Begierde nach etwas empfimden; beydes am häufigsten in der höhern Schreib-Art der Hochdeutschen, V)ie ein wild, wenn esvor großer Brunst lechzet und läuft, Irr. 2, 24»wie ein Fußgänger, der durstig ist, lechzet sie,Sir. 26, 15. Vor Durst, vor Begierde lechzen.Ein lechzendes Verlangen.

Das Verlangen zu trinken, welches sowohlMenschen,als Thiere, empfinden, wird durch das Wort Durst aus-gedruckt. Lechzen zeigt eine besondere Heftigkeit diesesVerlangens an, welche aus einer langen Beraubung desnöthigen Getränkes entsteht. Bödiker sagt: diesesWort kommt her von Leck, Leck werden, rimns agere.Die Erde lechzet, wenn es nicht regnet. Wenn die Thierevor Durst das Maul aufsperren, wird auch lechzen ge-nannt. Siehe Bödiker's Gr. S. S. 320. Nach die-ser Etymologie wurde ss nur uneigentlich von den Men-schen gesagt werden. Schmachten bedeutet das größteVerlangen nach Trinken, welches durch einen gänzlichenAbgang der Kräfte verursachet wird.

Wir sagen: Uns durstet, wenn wir gern trinkenwollen, und ein Verlangen darnach empfinden. Wirlechzen nach einem Trunke, wenn wir in langer Zeit Nichtgetrunken haben, und die Natur uns durch eine gewisseUnruhe und Sehnsucht zu erkennen giebt, daß es zur Er-haltung unsers Leibes nothwendig sey. Wir schmachtendarnach, wenn wir wirklich schon einen gänzlichen Abgangunserer Kräfte verspüren, welcher nicht anders, als durcheinen Trnnk, ersetzt werden kann.

Man weis aus der Erfahrung, daß Verwundete, wel-che viel Blut verloren haben, einen Durst empfinden,weil die Natur den Abgang der Feuchtigkeit, durch einenTrunk zu ersetzen verlangt. Mangelt ibnen das Getränkeine Zeitlang, so lechzen ste recht, ste fühlen eine ausser-ordeniliche Begierde und Sehnsucht darnach. Wenn sieendlich ganz matt werden, und ihnen die Kräfte vergehen,so schmachten sie nach einem Trunk Wasser. Daher sagtman auch: vor Durst verschmachten.

Man braucht auch das Wült Schmachten von einergroßen Hche, welche man ausstehen muß. Man schmach-tet vor Hitze; und vielleicht kommt es daher, daß wir das

Wort