Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
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Lecken.

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Von dem Nutzen des Leckeno bcv vcr-ftchlede-neu äußerlichen Gebrechen des nienfch,lichen Rörpers.

Wenn man den Nachrichten des Plinius und Po-lyd. f^ergiHus, Glauben beymessen kann, so ha-°ndie unvernünftigen Thiere zu verschiedenen in der Ar-zeney-Wissenschaft sehr nützlichen Entdeckungen dieerste Gelegenheit an die Hand gegeben. Von denSchafen wird gesagt, daß sie den Menschen die pur-gierende Eigenschaft des bleUedorns gelehrt hätten (').Dem ägyptischen Vogel Ibis, von welchem man weis,daß er zur Eröffnung der Gedärme, sich selbst durchden Schnabel das See-Wasser in den Leib spritzet,wird die so nützliche Erfindung der Klystiere zugeschrie-ben; s.iniXXlXTh., S. 288. Der Hippopotamus,welcher, um den Körper von überflüssigem Blute zubefreyen, sich an den dornigen Stauden des Nil-SlrohmeS die Adern am Fuße öffnet, hat, wie mandafür hält, den Menschen zum Aderlaß Anlaß ge-geben (-). Die Hunde und Katzen pflegen, wenn sieihre Jungen zur Welt gebracht haben, zur Still,ung der Nachwehen, ihre eigene Nachgeburt sehrbegierig aufzufressen; eben dieses haben die Menschenzu ihrem Nutzen angewendet, und sich desselben Mit-tels in ähnlichen Fällen bedient (*).

Aus diesen und andern Beyspielen von solcherArt, können wir wahrscheinlich schließen, daß derGebrauch des Leckens bey verschiedenen äusserlichenGebrechen des menschlichen Körpers ebenfalls vonden Thieren seinen Ursprung genommen habe. Die

Vor-

(1) Plin. liift. nat. L. 8, c. 27.

(3) J’o/j.L i-'ergilius de 1er. inventor. L, 1, c. 31 . Plin.hili. nat. L. 7, c, 26.

(?) Cornel, van der Eck diss. de an’.Iiropophag, med. TJtcs, I.