Lccken.
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Vorsehung hat fast einem jeden vierfüßigen Thiereden Trieb eingepflanzt, sich selbst die äusser lichen Ver-letzungen durch Lecken zu heilen. Wir sehen diesesfast täglich an den Hunden, welche das Zusammen-wachsen der größten Wunden durch dieses heilsameMittel in einer fast unglaublichen Kürze der Zeit be-fördern. Man muß beydes, die Zunge und denSpeichel, genau untersuchen, wenn man sich von dervortrefflichen Wirkung des Leckens einen vollkomme-nen Begriff machen will. Die Zunge ist ein aus vie-len kleinern zusammengesetzter Muskel, welcher sichnach allen gegenseitigen Puncten des Mundes sehrleicht bewegen lässet; die Fläche dieses Muskels istmit Häufigen und verschiedentlich gestalteten Warzenversehen, durch deren Hülfe wir schmecken. Dieser,sowohl im physischen als moralischen Verstände be-trachtete höchst nützliche Theil des menschlichen Kör,pers, wird von einem flüssigen Wesen befeuchtet, wel-ches wir Speichel nennen; es besteht solcher ausWasser, Luft, Oehl und einem Mittel-Salze. Allediese Theile sind innigst mit einander verbunden, so,daß sie nicht anders als durch das Feuer gelrennetwerden können.
Aus vorstehender Betrachtung der Bestand-Theilebeyder Werkzeuge des Leckens, lassen sich nun dieWirkungen desselben leicht erklären. Wie vieles beyHeilung der Wunden und Geschwüre auf die Rein-igung derselben ankomme, können uns die Wund,Aerzte am besten sagen. Was für ein Werkzeug aberkönnte wohl hierzu geschickter seyn, als die Zunge?Vermöge ihrer Biegsamkeit schließt sie sich fest an alleSeiten einer äussern Verletzung; ihre rauhe Ober-Fläche nimmt, wenn eine Bewegung dazu kommt,alle Unreinigkeit, welche sich in deu zerrissenen Gefä-ßen einer Wunde gesetzt hat, hinweg, und befördertdadurch den ordentlichen Umlauf der Säfte des ver-Oek. technol. Enc. LXVIIXf;. Pp letzten