Lecken.
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„Leder entzwey schneiden wollte, wobey ihm das Messer„abglitschte, verletzte sich dergestalt das linke Auge,„daß die Horn-Haut ganz durchschnitten war, und„eine beträchtliche Menge der wässerigen Feuchtigkeit„herauslief. Die Muuer, welche durch diesen gefähr-„iichcn Zufall zum Mitleiden bewogen wurde, leckte„eine Zeitlang nüchtern die Wunde, und beförderte„dadurch in Kurzem die Heilung derselben so glücklich,„daß nicht einmahl eine Narbe im Auge zurückblieb.»Wie vieler Gefahr die Augen bey bösartigen Pockenausgesetzt seyn, lehrt die vielfältige Erfahrung.Bartholinus (?) rühmt daher das Lecken, als dassicherste und beste Mittel. Er führt in feinen Schriftenhin und wieder Beyspiele an, von Kindern, wel-chen die Augen in- und auswendig ganz mit Pockenbesetzt waren, und dennoch, durch öfteres Lecken,von allem zu befürchtenden Schaden befreyet wurden.Bey Geschwüren, welche nach überstandenen Pockenauf der Horn-Haut des AugeS bisweilen zurückblei-ben, hat.Lorenz Scholz ( l0 ) das Lecken sehr bewährtgefunden; er giebt zugleich den Rath, die leckendePerson vorher etwas Fenchel käuen zu lassen, damitdie zertheilende Kraft des Speichels dadurch destowirksamer gemacht würde. Eben dieses Mittel wirdvon Claud. Deodatus (") vorzüglich qerühmet.Einen sehr merkwürdigen Fall erzählt Fr. H)off-mann ( 12 ) von einer Frau, welche lange Zeit sehrblöde, schmerzhafte und triefende Augen harre; alleäusseriiche und innerliche Mittel wurden bey derselbenvergebens angewendet, bis sich endlich eine alte Frauerboth, ihr alle Morgen die Augen zu lecken, unddadurch in kurzer Zeit derselben die vorige Scharfe
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(9) Cent. T. List. anat. 29, p. 40. Anat, reforir», L. 3, c, 15.
(ig) Consil. med. 308, fol. SS I.
(11) I’anth. liygiaiR L. 3, c. 21, p. 132.
(12) Diss. de necest. saliv. iasp, c. 4, p. 10.