Lecken.
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Serviette um den leidenden Theil, denn ich hatte weiternichts bey der Hand. Bald darnach ließ der Kranke mitguter Wirkung zu seinem Vergnügen eine Menge gesam-melten Urin von sich. Bevor ich mich aber von dem Kran,ken beurlaubte, warncte ich ihn, niemanden wahrend derZeit, da er den Hund zu seiner angewiesenen Heil-Artgebrauchen würde, in die Stube kommen zu lassen, oderdenselben selbst unerwartet in seinen Verrichtungen zu stö-ren, weil er dadurch im Eifer um sich beißen, und etwaSverletzen möchte.
Wie ich den kommeliden Morgen meinen Kranken be-suchte, so fand ich, daß der Hund alles Wasser aus derGeschwulst gelecket hatte. Die Theile waren sebr er-schlafft, daher ich bemühet war, solche durch eine Bähungwieder zu stärken, die aus der Amica, mit Wein undKalkwasscr bereitet, bestand; dieses wurde stündlich vonneuem erwärmet, und mit Wirkung verbraucht. Uebri-gens gebrauchte der Kranke 6 Tage das Setdschützer Bit-ter-Wasser bey einer vorgeschriebenen genauen Diät, undnach diesen, innerhalb 8 Tagen, g Unzen von der peruv-ianischen Rinde in einer Latwerge, womit ich denselben^i 4 Tagen zu seiner großen Zufriedenheit gesund wiederherstellete."
Diese Beyspiele werden hinlänglich seyn, denNutzen eines angepriesenen Mittels zu bestätigen.Ich muß aber noch einige bey dem Gebrauche des Leickens nöthige Verhaltungs-Regeln hinzu fügen.
Man erwähle dazu, vor andern Threreu einenHund, weil solcher von Natur den größten Trieb zudieser Handlung bezeigt; dessen Zunge ist lang, bieg-sam, und also besonders geschickt, eine Wunde, siemag flach oder wfseyn, zu reinigen. Sollte etwaein Geschwür mit einer scharfen oder stinkenden Gau-che, oder mit allzuvielem Eiter angefüllt seyn, so,daß der Hund es verabscheuete, so wird man densel-ben leicht zum Lecken bewegen können, wenn man eszuvor einige Mahl mit Speichel benetzt, oder denRand desselben mit etwas Fett bestreicht. Es istauch nöthig, daß man bey der Wahl der Hunde ein-* Pp 4 «ge