Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
601
JPEG-Download
 

Lecker. Lecker-Bissen.

601

Ein junger Lecker. Gemeiniglich im verächtlichenVerstände, von einem Menschen, welcher nur sinn-liche Vergnügungen ohne Wahl sowohl der Gegen-stände, als der Mittel, sucht; in welcher großen?theils veralteten Bedeutung dieses Wort im Angels.Licem, im Engl. Licker, im alt Franz. Lichard,im Jtal. Leccardo, im mittlern Lat. Leccaror, lautet,welche auch oft einen nichtswürdlgen Menschen, ei-nen rotterbuben bedeuten.

Bey dem Pictorius ist Leckerbube so viel als Lot-terbube, in einer alten handschriftlichen Uebersetzung derBibel Leckermen, eine Hure, bey dem Altensta ig licke-ren, mit List sahen, »nd im Flandrischen lak, wollüstig,geil; daher es noch dahin sieht, ob es nicht, wenigstensin einigen Fällen, nicht sowohl zu dem vorigen lecker, alsvielmehr zu lugen, belugseu, oder andern ähnlichen Wör-tern, gehört. Gottsched glaubte, es käme von lacken,springen, her, und erklärte einen jungen Lecker durcheinen jungen Springer.

2. Lecker, (der) zunächst von dem Zeit? Worte lecken,r. Die Zunge, das Werkzeug des Leckenö, dochnur im Oberdeutschen, wo besonders die Zunge desRindviehes diesen Nahmen führt. Auch bey DenJägern wird die Zunge des Hirsches eben so oft einLecker, als ein Gräser und weide,nesser genannt.

2. Eine Person, welche leckt; Lar. kincksr, woauch im weiblichen Geschlechte die Leckerinn üblichist, doch beyde nur in denZusammensehungenTeller?Lecker und Speichel - Lecker, einen niedrigenSchmaroher und Schmeichler zu bezeichnen, welcheBedeutung das Wort Lecker auch in dem zusammengesetzten -Hof-Lecker für sich allein zu haben scheint.

In A l t e n si a i g’e Vocabnlario bey dem Frisch wirdLickerung durch blauäicme übersetzt.

Lecker-Bissen, (der) Diminut. das Leckerbißchen,Oberd. Leckerbißleirr, ein leckerer oder leckrrhafkerBissen, und in weiterer Bedeutung, eine jede rare,

Pp 5 kost,