Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lecker-Bissen,

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licheS Verlangen darnach, wenn er ein hihigrs Fie-ber hat; nnd wer sie sonst liebte, den ekelt davor,wenn er an Säure im Magen leidet. Eine unreineZunge ist überhaupt mit einem verderbten Geschmackeverbunden. Der Speichel, welcher zur Auflösungder Theilchen, die den Geschmack reizen sollen, un-entbehrlich ist, kann sich zufälliger Weise verändern,und schürf, süß, oder auf andere Art verderbt wer-den, und solcher Gestalt den Geschmack verändern.Bey der besten Gesundheit des Menschen macht öf-ters der verschiedene Zustand des Körpers, daß erheule einen lebhaften; Eindruck von einem angeneh-mern Geschmacke erhält, als morgen, und daß dieleckersten Speisen ihre meiste Annehmlichkeit verlie-ren, wenn er sich derselben öfter bedient. Bey Kin-dern sind die Nerven-Wärzchen der Zunge empfind-licher, als bey alten Leuten, daher halten sie so vielvon Milch, Honig, Zucker, und andern milden Spei-sen; dagegen essen sie kein eingesalzenes Fleisch, kei-nen Ess'g, Senf, starke Gewürze, u. d. gl. an wel-chen ein Erwachsener Behagen findet.

Es giebt nichts in der Natur, was für alle Men-schen uncer allen Umständen wohlschmeckend wäre;daher es schwer zn bestimmen zu seyn scheint, was ei-gentlich Leckerbissen oder Leckereyen genannt werdenmüssen. Indessen kann man sagen, baß überhauptfür den Geschmack das Bittere, das Herbe, das Zu,sammenziehende, das Scharfe, das Ranzige, dasHeiße und Brennende, das Faulichte und das Fadeund Unschmackhafte, nicht angenehm ist. Dagegenkann man behaupten, daß die meisten Menschen dar-in übereinkommen, das Süße, das Säuerliche, da-Salzige, das Fette und das Gewürzhafte, wohl-schmeckend zu finden; vorzüglich aber pflegen solcheSpeisen für lecker gehalten zu werden, worin einigevon diesen Arten des Geschmackes gemischt sind, so.