Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Lecker-Bissen.

tionctf; Geschinack dermaßen verändern, daß man imAnfange wirklich unschmackhafte und widerliche Din-ge versucht, sich nach und nach daran gewöhnt, undsie endlich ganz wohlschmeckend findet, und zwar ent-weder, weil man sie für gesund, oder für selten hält,oder WUl man der Mode folgen will, oder weil manes für vornehm oder für männlich hält, diese Dwgezu genießen.

Da so viele verschiedene Umstände den Geschmackverändern können, so sieht man leicht, wie wenig mansich nach dem Urtheile einzeler Personen über denWohlgeschmack einer Speise richten kann. Eine un-gleiche Erziehung, eine verschiedene Erfahrung, dieman mit etwas wirklich Leckerhastem angestellt hat,verursachen öfters ein völlig verschiedenes Urtheil;und so kann jemand, der noch keine Gelegenheit ge-habt hat, leckere Dinge zu schmecken, unmöglich ei-nen Begriff davon haben; dagegen ein Anderer, derim Luxus auferzogen ist, und sich einen feinen Ge-schmack erworben hat, weit richtiger darüber urthei-len wird, und auch weit mehr Glauben verdient.Aus diesem Grunde könnte man die Leckereyen füglichin solche eintheilen, die von Personen unter glücklichenUmständen für wahre Leckereyen gehalten worden sind;und in solche, die die geringe Classe decMenschen, welcheeine ähnliche Erziehung genoß, dafür zu halten pflegt.„Wenn ein Relsebeschreiber/' sagt Verzins: uns über„die Leckereyen der Lander Nachricht giebt, die er durch«„reiset tsi, so kommt viel darauf an, was er für ein Mann„war, und in wiefern seine Erziehung und Lebensart auf„die Bildung seines Geschmackes mitgewirkt haben konn-ten. Ich meines Orts habe mehr Zutrauen zu den Nach-„richten, die mir in dieser Rücksicht ein Restaurateur in„Paris, als die mir ein Schenkwirt!) in Trosa giebt; über„ähnliche Materien traue ich dem Urtheile solcher Perso-„ncn mehr zu, die von hoher Geburt sind, wie der Fürst„Radjlvill, oder der Gesandten regierender Machte,