Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
608
JPEG-Download
 

<5o8 Lecker-Bissen»

lichste sey? Zwar wissen wir wohl, daß einem jedendie seinige am besten gefüllt, und sagen uns selbst zu-erst, daß eine jede, für dasjenige, waS sie im Ge-wühl der Erde-Wesen sollte, und für den Platz, densie ausfüllt, die zweckmäßigste ist. Aus diesem Ge-sichtspunkte aber Haben die verschiedenen Gattungender Natur überhaupt keinen Rang, und das SanvrKorn ist in seiner Art so vollkommen, als Newton.Gleichwohl, wer zu wählen hätte, in der unüberseh-baren Fülle der Wesen, die zwischen diesen beydenGränz-Puncten liegen, würde der, die Fähigkeit zuunterscheiden und zu vergleichen vorausgesetzt, wohletwas anders als die Menschheit, und zwar diese ihrehöchste Stufe der Entwickelung, allen übrigen vor-ziehen? Die Receptivitat der menschlichen Naturhat so einleuchtende Vorzüge, daß keine andere Er-den-Gestalt ihr die Wahl streitig machen kann; nurzwischen Mensch und Mensch, wo die Schattierungenfeiner, und die verschiedenen Ansprüche bedeutendersind, muß unser Urtheil noch wanken. So viel Fest-igkeit gegen Hitze und Kälte, Wasser und Luft, undso mancher Sinn von durchdringender Schärfe; wasnähmlich det Wilde vor dem gesitteten Menschen vor-aus hat, beredete schon einmahl einen Philosophen,es sey weit besser, nacket im Walde Eicheln zu fres-sen, als hinter dem Ofen in Schlafrock und Mühe zuderaisonniren; nur Schade, daß es ihn nicht auchzum Tausch bereden konnte.

Ein Weiser, der mit sich selbst im Widerspruchist, wird uns aber schwerlich irren können, sobald wirmit demselben Maßstabe in der Hand, womit wir zwi-schen Thier und Mensch entschieden, jezt auch die Nü-ancen unserer Gattung untersuchen wollen. Die in-tensive Stärke dieses oder jenes sinnlichen Eindruckesentscheidet noch nichts für die höhere Vollkommen-heit desjenigen Nerven-Systemes, welches nur da-