Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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609
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Lecker-Bissen. 609

für empfänglich ist. Denn auch dieselben Sinne undTriebe, die im Menschen zwar vereinigt, allein in ih-rem Grade nicht Hervorstechend sind, erblickt man ein-zeln bey verschiedenen Thieren in einer weit durchdrin-gendem Schärfe, und mit einer unwiderstehlicherenKraft. Die Vermannigfaltigung, welche in der Ein-förmigkeit unsers Planeten herrscht, beruhet bloß aufdieser vereinzelten Darstellung verschiedener Eigen-schaften, die in ihrem höchsten Grade als Carricaturerscheinen, und da wo sie alle beysammen im Gleich-gewichte liegen, unmöglich ihre gänzliche Entwickel-ung erreichen können. In der Menschen-Gattungist das Individuum gemeiniglich auch nur ein solcheskatoptrifch verzerrtes Bild, in welchem bald diese,bald jene Anlage mehr hervorraget, diese oder jeneFähigkeit mit Hintansetzung der andern bis zur höch-sten Stufe der Ausbildung gelangt ist. Wer ver-mag es, alle zahllosen Extreme her zu zählen, in de-nen der Mensch bald so bald anders modificirt, jeztineinem besondern Theile des Körpers mechanische Fert-igkeiten besitzt, die uns in Erstaunen setzen; jeztdurchdie Schärfe eines Sinnes, durch die Allgewalt einerLeidenschaft, durch die erhöhte Reizbarkeit der Phan-tasie, des Gedächtnisses, der Denk-Kraft, ein Phö-nix vor unsern Augen glänzt? Gleich unvermögendan diesen Excentricitäten etwas zu ändern, und auchnur die Möglichkeit, daß eine Aenderung bessern könnte,einzusehen, entzückt uns das immer neue Schauspieldieser ringenden Kräfte, indem es uns aufdie einfach-sten Natur-Gesetze zurück führt. Nur der Stoßerzeugt Bewegung; nur aus härterem Aneinander-reiben geht Licht und Feuer hervor; und nur in un-aufhörlichen partiellen Disharmonien konnte dergroße Zusammenklang des Welt-Alles bestehen!

Unstreitig scheint aber auch unter uns diejenigeOrganisation den Vorzug zu behaupten, welche vortvek. technol. Enc. LXVH Lh. Q q allen