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Lecker-Bissen.
Uebung erhöhten Sinnlichkeit, oder mit ander n Wor-ten : er hat wirklich einen leckern Gaumen, und neben sei-nen Gastmahlen besteht der Genuß, selbst einer chinesi-schen Tafel nur in einer unfläthigen Fresserey. Ihmfröhnen alle Welt-Theile mit ihren Producten, de-ren mannigfaltige, oft sogar widersprechende Eigen-schaften sein weiserer Sinn allein zu einem vollkomme-nen Ganzen vereinigt. Er allein unterscheidet undclassficirt die verschiedenen Arten des Geschmackes,nicht bloß nach dem Eindrucke auf seine Zunge, son-dern nach der Verschiedenheit der Bestand-Theileeiner jeden Substanz, die er kostet, und nach derenBeziehung auf die Ernährung und Gesundheit desKörpers. Zwar müssen wir gestehen, daß der feineSinn des Geschmackes, der mit unbeschreiblich zarterUnterscheidungs - Fähigkeit dieunzähligen Abänderun-gen des Angenehmen und des Widerlichen von einan-der zu sondern und mit einander zu vergleichen weis,nicht auch in gleichem Grade die verschiedene Zuträg-lichkeit der Lebens-Mittel zu prüfen geschickt ist.Die nahrhaftesten Speisen sind insgemein die ge-schmacklosesten, und können schon darum am längstengenossen werden, weil sie nicht durch übermäßigenReiz die Nerven-Wärzchen verwunden, noch auchdurch die öftere Wiederhohlung desselben Eindruckesendlich Ueberdruß erregen. Allein, von allem Wohl-schmeckenden überhaupt gilt doch die Regel, daß nichtsowohl dessen besondere Eigenschaft, als vielmehr nurdas Uebermaß, einem Gesunden schaden könne. Nichtsist also gewisser, als daß die Bildung der Geschmacks-Werkzeuge nicht bloß auf die Befriedigung des Hun-gers und Durstes, noch auch ganz allein auf die Si-cherheit vor dem was schädlich ist, abzielen kann.Im Gegentheil, so vielfältig man auch die Theo-logie in der Natur-Kunde mißbraucht, so gewiß sieoft aufein bloßes Wort-Spiel hinauslauft, und so
wenig