Lecker-Bissen. 625
Brühen und Tunken, unserer zahllosen großen undkleinen Schüsseln, unserer sinnreichen Erfindungen er,löschende Begierden durch die Neuheit des Reizes wie,der anzufachen. Gegohrne Safte und Getränke,Aufgüsse aller Art, abgezogene und gebrannte Wasser,wohlriechende Essenzen, Pflanzen-Milch aus Oehlund Gummi gemischt, einheimische aromatischeKräu,ter, und jene im heißen Erdstriche mit Feuer gesättig-ten Gewürze, wie Zimmer und Vanille, Nelkenund Muskaten, Cayenne, Piments und Pfeffer;Säuren von mancherley Art und Geschmack auS demSafte der Traube, aus dem Weine der Palmen undaus so vielen Früchten; milde Fettigkeiten und Oehle,nahrhafte Saleps, Soyas, Sagus, Champignon - Er-tracte und Chocolate; dies alles sind lauter Productedes Pflanzen-Reiches, zu denen wir sogar das ein-zige genießbare Mineral, das Koch-Salz selbst nochrechnen können, indem es in mehr als zwanzigerleyPflanzen vorhanden ist. Wie zahlreich sind übrigensnicht die Suppen- und Salat-Kräuter, die frischenund eingemachten Gemüse, die eßbaren Sprossen undWurzeln, kurz, alle jene Gattungen des Pflanzen-Reiches, aus denen unsere Koch-Kunst wohlschme-ckende Speisen bereitet, verglichen mit der geringenVerschiedenheit von vierfüßigen Thieren, Vögeln,Fischen und Gewürmen, die man ebenfalls nicht ohneZubereitung genießt (*)! Doch die Natur weis inder Pflanzen-Schöpfung allein, ohne alles Zuthunder Kunst, dem Menschen ein Mahl auserlesener Le-cker-Bissen zu bereiten, indem das Thier-Reich aus-ser der Milch, die ihren vegetabilischen Ursprung durchdie Menge des darin enthaltenen Zuckers verräth,
dem
(*) Ein Par Schildkröten-Arten sind, nebst dem Frosch, direnums» Amphibien; Krabben und Krebse die eiiijijjen In-seerrn, die man in Europa verspeiset.
Oek. technol. Enc. LXVII Lh. R r