Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Ledig. 637

geht ledig, wenn es nicht beladen ist, oder keinen Rei-rer auf sich hat. Ein lediger Tisch, der mit nichtsbeseht ist. Der Stuhl steht ledig, wenn niemanddarauf sitzt. Daher im figürlichen Verstände, derpäpstliche Stuhl, der Thron steht ledig; stehe Er-ledigen, unten unter Ledigen. Im Feldbaue Mei-ßens ist die Ledige ein unbebauetes Stück Ackers.Viele Ledigen geben bey Bauer-Gütern eine schlechteAussicht. In andern Gegenden werden sie Lehdengenannt; siehe dieses Wort.

(r) Figürlich.

a) .Unvermischt, doch nur im Bergbaue, wo einlediger Gcein, ein fast reiner Erz-Stein ist, sowieer in den Seifen gefunden wird. Auch kommen beyden Bergleuten noch folgende Redens-Arten vor:Ledige Berg - Art, die Gesteine, welche kein Me-tall führen. Ein lediges oder leeres Nest finden,Fr. rrouver Ia mine cpiii^e, alle Gebäude, oder al-te» Mann einschlagen, wo die Vorfahren alles preßgehauen haben, und die Erze heraus genommen sind.Ledige Schicht, Nach-Arbeit, Fr. Travail ex.traoräinaire, ledig schichten, wenn ein Bergmann,nach verrichteter ordentlicher Schicht, noch eine Weilearbeitet, oder eine Arbeit verrichtet, die nur wenigeStunden anhält, und ihm besonders bezahlt wer-den muß.

b) Des Besihers, des Eigenthümers, desOber-Herren beraubt. Ein Arm, eine Bedienungsteht ledig, wenn sie mit niemanden beseht sind. DasLehen wird ledig, wenn der Besiher stirbt, oder deßsie» auf andere Art verlustig wird, welches man auchmit offen werden auSdruckt.

c) Unverheurathet; eine mit der vorigen genauverwandte Bedeutung. Eine ledige Manns- oderFrauensperson. D/r ledige Grand. Er, sie istnoch ledig.

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