Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Im Schwaben spiegcl kommt in dieser Bedeutung lc-dcdich als ein Neben-Wort vor.

6) Müßig, eine doch nur im Niedersächsischenübliche Bedeutung, wo ledig gehen, müßig gehen,der Ledigga»ig, der Müßiggang, und der-Lediggäimger, der Müßiggänger ist.

e) Von Banden, von der Gefangenschaft frey;eine noch in den Rechten übliche Bedeutung, welchemehrmahls auch in der deutschen Bibel vorkommt.Einen verhafteten ledig lassen, ihn los lassen. Sieheweiter unten Erledigen.

k) Frey von Schuld und Strafe; auch nur inden Rechten und in der deutschen Bibel. Jemandenledig sprechen, ihn frey sprechen. Sich von der Mis-sethat ledig machen, Dan. 4, 24. Siehe untenEntledigen.

g) Ledig ausgehen, nichts bekommen, wofürdoch im Hochdeutschen leer ausgehen üblicher ist.

Diese lezte ist zugleich die einzige figürliche Be-deucung, in welcher sich ledig durch leer ersehen lästset. Siehe auch Leer.

Bey dem N otker im figürlichen Verstände für frey,leidig, der es zugleich mit der zweyten Endung verbindet,leidig iro sunndon, frey von ihren Sünden; in dem altenGedichte auf den heil. Anno für leer, ledig, Nieders. led,big, und mit der dieser Mund - Art sehr gewöhnlichenAusstoßung des d und dd, leeg, lieg, welche auchimHol-ländischen üblich sind, im Schwed. ledig. Die End-Syl-be lg bedeutet in den meisten und gewöhnlichsten Fällen soviel als habend, das Stamm-Wort ist also Led, Lädoder Lad. Wer sieht nicht, daß dieses unser heutigesLade ist, so fern solches überhaupt einen hohlen Raumbedeutet? Ledig bedeutet also einen hohlen, und in en-gerer Bedeutung einen unausgefüilten bohlen, und inweiterm Verstände, einen »nbesetzten Raum habend; wel-che Ableitung weit wahrscheinlicher ist, als Wach ter' svon taten, lassen, und Frischens von laden, onemre,nach welcher leztern es gerade das Gegentheil von dembedeuten müßte, was es wirklich bedeutet. Ihre be-merkt.