640 Lcdigkeit. Lediglich.
der zweyten Endung der Sache, oder dem Vor-Wortevon. Jemanden einer Oerrichrung, eines Diensteserledigen. Jemanden der Sorge, oder von denSorgen erledigen. Sich des Rummers erledigen.
2) Aus einem Verhafte, der Gefangenschaft freymachen, befteyen, im Oberdeutschen und der biblischenSchreib-Art. Einen Gefangenen erledigen. Aufdas; deine Lieben erlediget werden, Ps. 60, 7.P s. 108, 7. Und erledigte viel, die zuvor gedrücktund gefangen waren, i Macc. 14, 6.
3) Aufhören lassen, abthun, im Oberdeutschen.Die Lander-Gebrechen erledigen.
4) Seines Besitzers berauben, in welcher Be-deutung es nur im Pasiivo üblich ist. Der päpstlicheStuhl ist erlediget worden. Ein erledigter Thron.Ein erledigtes Amtwiederbesetzen. wenndasAmcwrrd erlediget werden. Ein erledigtes Lehen, wel-ches dem Lehen-Herrn anheim gefallen ist.
Daher die Erledigung, in allen obigen Bedeut-ungen. Den Gefangenen eine Erledigung predigen,Es. 61, i. Die Erledigung des Thrones, einesLehens, der Landes-Gebrechen, u. f. f.
In dem Fragmente eines alten Gedichtes auf Karl'sdes Großen Feldzug bey dem Schiller lautet dieses.Zeit-Wort crlethegcu und gelethegen. Er bedeutet istdieser Zusammensetzung so viel als ent, daher in den mei-ste« Bedeutungen auch entledigen üblich ist.
Ledigkeic, der Zustand, da ein Ding ledig ist. Amhäufigsten in figürlichem Verstände, die Ledigkeicdes Grandes, der unverehlichte Zustand.
Lediglich, ein Neben-Worl (Adverbium), welches nurnoch im gem. Leben, für gänzlich, völlig, gebrauchtwird. Ich verlasse mich lediglich auf dich, ganz undallein. Bey den ältern oberdeutschen Schriftstellern,kommt es auch als ein Bey-Wort (Adjectivum), fürfrey, ungebunden, vor.
Ich