Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
Seite
748
JPEG-Download
 

748

Legen, Anlegen.

In dieser Bedeutung ist dieses Zeit-Wort bereits sehralt, denn Ortfried und Notker brauchen suale^annicht allein für anziehen, sondern snale^i bedeutet bey ih-nen auch ein Kleid. Im Theuerdank, Cap. 54,kommt anlegen in einer sonderbaren Wort-Fügung vor.Tewrdank legt sich in sein Zeug an, d. i. legte sein Tur-nier-Zeug an. Die figürliche Bedeutung: U)er einemNarren Ehre anlegt, das ist rc. Sprichw. 26, 8. Undlasse sich anf dieBacken schlagen und ihmvielSchmachanlegen, Klaget. 3, 30. in welcher auch Hofmanswal-dau singt:

Der Himmel legt sie selbst mir neuen Rräsceu an,

ist, wenigstens außer der Poesie, im Hochdeutschenveraltet.

Bey den Mahlern bedeutet anlegen so viel alsilluminiren, mtt Farbe belegen. Dre Berge braun,einen Wald grün anlegen»

Hierher gehört auch das Reciprocum sich anlegen,welches von verschiedenen leblosen Körpern gesagt wird,wenn sie auf der Oberfläche eines andern Körpers ;umVorschein kommen, oder sich an dieselbe anhängen.So legt sich die Speise an den Topf an. Die Rry--stallen legen sich'an, wenn sie an dem Rande des Ge-fäßes entstehen, welches in der Sprache der Kunstnoch häufiger anschiesien genannt wird. Auch, derRost legt sich an das Eisen an, und figürlich auchder Neid an das Glück und an die Verdienste. Duweißt, daß der Neid sich jederzeit an das Glück an-zulege,! pficgr.

Die Redens-Art -Hand anlegen, welche manauch wohl aufzulösen pflegt, Hand an etwas legen,ist alt, und wird sowohl von dem gewaltsamen Angriffeeiner Person und Sache, als auch von der thätigenBeschäftigung mit etwas, gebraucht. In derersten Bedeutung sagt schon Tatian, Capitel 184.

inti legitim iro baut in theil heilant ana inti habetun man ;

«her heut zu Tage braucht man in derselben lieber das